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Ferienzeit in den Tierheimen der Region Göttingen

Baldur wartet noch Ferienzeit in den Tierheimen der Region Göttingen

Einige Langzeitbewohner, die es derzeit noch schwerer haben, vermittelt zu werden, viele abgegebene Katzen – und dank Einführung der Chippflicht im niedersächsischen Hundegesetz weniger nicht identifizierbare Vierbeiner: So ist während der Ferienzeit die Lage in den Tierheimen der Region.

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Baldur wartet im Northeimer Tierheim auf neue Besitzer.

Quelle: Hinzmann

Göttingen/Duderstadt/Northeim/Nesselröden. 13 Katzen, 12 Hunde, drei Kaninchen und zwei Degus: Das sind verwaiste Tiere aus dem Landkreis Göttingen, die Andreas und Pascal Hanke 2015 in ihrer Tierpension in Nesselröden betreut haben.

Im vergangenen Jahr hatten sich die Flecken Adelebsen und Bovenden sowie die Gemeinden Friedland, Gleichen und Rosdorf gegen einen Vertragsabschluss mit dem Göttinger Tierheim entschieden und stattdessen die Hankes beauftragt, Fundtiere aus den Gemeindegebieten aufzunehmen. Die meisten Tiere wurden wieder vermittelt, „bis auf fünf Katzen und einen Hund“, berichtet Andreas Hanke.

Für Jungkatzen sei es unproblematisch, ein Zuhause zu finden, „aber erwachsene Tiere will keiner haben“. Auch Jack-Russell-Terrier Jack, der sein zwölftes Lebensjahr wohl überschritten hat, ging bisher leer aus.

Im Tierheim Northeim leben zurzeit 30 Katzen und sieben Hunde, das ist im Vergleich zu anderen Jahren „eine recht entspannte Lage“, sagt Tierheimleiterin Tanja Leinert. Allerdings seien unter den Neuzugängen viele kranke Katzen, „unsere Quarantänestation ist überfüllt“, berichtet Leinert.

Auffällig wenig Hunde würden seit Einführung der Chippflicht gebracht, „und die meisten, die kommen, sind Ausreißer und werden bald wieder abgeholt“. Allerdings hat auch das Tierheim Northeim einen Langzeitbewohner: Für Rottweiler-Mischling Diego, elf Jahre alt, suchen die Mitarbeiter händeringend ein neues Heim oder einen Dauerpflegeplatz.

Auch im Tierheim Duderstadt landen nach Einschätzung von Tierpflegerin Jennifer Martin weniger ausgesetzte Hunde. Gebracht würden Vierbeiner während des ganzen Jahres, weniger in der Ferienzeit – und oft seien sie ihren Besitzern nur entwischt. Dennoch gebe es zwei Sorgenkinder, den vierjährigen Dobermann-Mix Melly und den Rhodesian Rigdeback Bud, dessen Kumpel, der kleine Terrance, allein vermittelt wurde.

Einen Aufnahmestopp wegen Überfüllung meldet hingegen Monika Bossmann aus dem Katzenhaus Luttertal des Bundes gegen Missbrauch der Tiere (BMT) in Göttingen: „Wir haben viele spätträchtige Katzen und Abgabetiere, weil die Besitzer umgezogen sind oder plötzlich Allergien bekommen haben“, erzählt die Tierheimleiterin.

Tierheim Northeim : Einige Langzeitbewohner, die es derzeit noch schwerer haben, vermittelt zu werden, viele abgegebene Katzen – und dank Einführung der Chippflicht im niedersächsischen Hundegesetz weniger nicht identifizierbare Vierbeiner: So ist während der Ferienzeit die Lage in den Tierheimen der Region. © Hinzmann

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Die 16-jährige Perserkatze Minou wurde von einer Nachbarin der Tierhalterin gebracht, die per SMS darüber informiert hatte, dass sie umgezogen und die Katze noch in der alten Wohnung sei. „Das Tier ist kreuzunglücklich“, sagt Bossmann. Rund 70 Katzen leben im Katzenhaus, 20 davon sind Jungtiere.

„Wir sind glücklich über jede, die wir vermitteln können.“ Bossmann appelliert an die Bevölkerung, durch Eigeninitiative die Katzenvermehrung zu verhindern – und in der Nachbarschaft lebende wilde Katzen kastrieren zu lassen.

Wie sich die Situation im Göttinger Tierheim darstellt, war bis Redaktionsschluss nicht herauszufinden: Die erbetene Stellungnahme blieb aus.

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