Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Fernweh-Festival lockt 2000 Besucher nach Göttingen

Globetrotter berichten über Reisen in den Iran und auf der Donau Fernweh-Festival lockt 2000 Besucher nach Göttingen

Die Sehnsucht nach der Ferne hat rund 2000 Besucher zum diesjährigen Göttinger Fernweh-Festival gelockt. Bei Vorträgen von Globetrottern im Zentralen Hörsaalgebäude der Universität gab es Bilder von spektakulären Reisen zu sehen.

Voriger Artikel
Ruf nach Ampel für B 27 in Roringen
Nächster Artikel
„Achtung Artgenossen“: Dietmar Wischmeyer mit neuem Programm in Göttingen

Beim Fernweh-Festival gibt es Informationen über die weite Welt – hier am Stand des Göttinger Vereins „Chances for Nature“.

Quelle: Heller

Göttingen. Bunt gemischt, mit Themen abseits des Mainstreams, so charakterisiert Organisator Matthias Hanke das Programm. Er reist selbst ebenfalls durch die Welt, um darüber Vorträge zu halten und Bücher und DVDs zu veröffentlichen. Beim Festival tritt er jedoch nicht auf, sondern kümmert sich um den Ablauf.

Diejenigen, die von ihren Reisen berichten, haben sich bisweilen nicht nur um exotische Ziele, sondern auch um eine besondere Art der Fortbewegung bemüht. Hansen und Paul Hoepner („Zwei nach Shanghai“) sind mit dem Rad nach China gefahren, Barbara Vetter und Vincent Heiland waren mit Fahrrad und Kanadier an und auf der Donau von der Quelle bis zum Schwarzen Meer unterwegs. Carsten Schmidt ist vor einigen Jahren zwar mit dem Auto durch den Iran gereist, hatte aber einen motorisierten Gleitschirm dabei. Der ermöglichte spektakuläre Aufnahmen unter anderem von der Wüste Dasht-e Lut. Schmidt betont in seinem Vortrag den kulturellen und historischen Reichtum des Landes, zeigt Bilder von der antiken Residenzstadt Persepolis und von den Grabmälern des Propheten Daniel und des Dichters Hafis.

Einen ganz anderen Blick auf das Land hätte vermutlich die Menschenrechtsorganisation Amnesty International geworfen. Sie nahm im Rahmen des Sonderprogramms aber ein anderes Land kritisch unter die Lupe: Katar, den Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft 2022. Referent Yann Ormanns berichtete von miserablen Bedingungen für Arbeitsmigranten in dem Land. Auf öffentlichen Druck hin seien erste leichte Verbesserungen erkennbar, doch es sei weiter öffentlicher Druck notwendig, so Ormanns.

Zwischen den Vorträgen füllen sich die Stände der Aussteller. Dort präsentieren sich unter anderem Reiseveranstalter und Menschenrechtsorganisationen. Schüler und Studenten sind auf dem Fernweh-Festival ebenso unterwegs wie Rentner. Die 18-jährige Lotta Dyes hat sich den Vortrag über Katar angehört und im vergangenen Jahr die Veranstaltungen über Neuseeland und Namibia besucht. Sie finde es spannend, etwas über andere Länder zu erfahren, meint die Schülerin. Zu den Stammgästen des Festivals zählen Monika und Hans-Joachim Lingner aus Northeim. Sie holen sich bei den Vorträgen Anregungen für eigene Urlaubsreisen.

Gut bewährt habe sich mittlerweile die vor einigen Jahren gestartete Reihe „Fernwehfestival extra“, meint Hanke. Sie soll Referenten aus der Region und Einsteigern ein Forum bieten. Auch 2016 soll es laut Hanke wieder ein Festival geben.

Mitgründer starb 2013 bei Terroranschlag

Das zwölfte Fernweh-Festival in diesem Jahr war das zweite ohne den Mitgründer Kai Stietenroth. Der Globetrotter und hauptberufliche Arzt war kurz vor dem Festival 2014 im Dezember 2013 bei einem Attentat im Jemen ums Leben gekommen. Stietenroth starb im Alter von 42 Jahren.

52 Menschen wurden damals bei dem Anschlag der Terror-Organisation al-Qaida in der Hauptstadt Sanaa getötet. Stietenroth war im Jemen zu diesem Zeitpunkt als Entwicklungshelfer für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit im Einsatz.

Schon zuvor hatte er für die Organisation Ärzte ohne Grenzen und die Vereinten Nationen in Indien, dem Sudan, Afghanistan, Pakistan und Bangladesch gearbeitet. Stietenroth fehle dem Festival und ihm persönlich noch immer, sagt Organisator Matthias Hanke, der das Festival mit Stietenroth gründete.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Der Wochenrückblick vom 26. November bis 2. Dezember 2016