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Feuerwehr mit Raketen beschossen

Silvesternacht Feuerwehr mit Raketen beschossen

Die Ereignisse der Silvesternacht haben ein Nachspiel. Nachdem Feuerwehrleute während eines Einsatzes in Grone mit Raketen beschossen wurden, stellt die Stadt jetzt Strafanzeige gegen unbekannt. "Das ist nicht mehr hinnehmbar", kommentiert Berufsfeuerwehrchef Martin Schäfer.

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Die Ereignisse der Silvesternacht haben ein Nachspiel.

Quelle: Schubert

Grone. Es war zunächst einer von 27 Einsätzen der Göttinger Feuerwehr in der Nacht des 31. Dezember. Eine auch für Silvester extrem hohe Zahl. Gegen 1.15 Uhr ging der Alarm ein, dass der Balkon eines Wohnhauses in der Sollingsstraße brennt, später wurde ein möglicher Wohnungsbrand nachgemeldet. Der Löschzug der Berufsfeuerwehr, eine Polizeistreife und die Freiwilligen Feuerwehr Grone setzten sich in Bewegung. "Die Lage war zunächst unklar. Wir wussten nicht, ob noch Personen in der Wohnung waren", erklärt Einsatzleiter Jan Seela. Nach einer Begehung konnte er schnell Entwarnung geben. Noch während er einen Trupp Feuerwehrleute oben zu Nachlöscharbeiten einteilte, gerieten Kollegen auf der Straße unter Feuerwerksbeschuss.

Aus einer Gruppe Jugendlicher heraus hätten zwei Personen die Raketen aus den bereitgestellten Flaschen genommen und aus der Hand auf die Rettungskräfte abgefeuert, so Seela. Eine explodierte direkt über dem Kopf eines Kollegen, er trug ein Knalltrauma davon. Zunächst habe man das Gespräch mit den jungen Leuten gesucht. Als das gescheitert sei, habe die Polizeistreife Verstärkung geordert. Wenig später sicherten 15 Beamte der Bereitschaftspolizei die Personalien der anwesenden Jugendlichen.

Ob es sich dabei um Zeugen oder die Täter handelte, müssten jetzt die Ermittlungen zeigen, sagt Polizeisprechin Jasmin Kaatz. Im Raum stehe der Vorwurf der versuchten gefährlichen Körperverletzung. Auch Polizisten hätten in der Silvesternacht unfreiwilligen Kontakt mit Knallkörpern gehabt. In der Roten Straße flogen illegale Böller. Es sei in diesem Fall allerdings nicht zu klären, ob diese gezielt in Richtung der Beamten geworfen worden seien, so Kaatz. Weitere Vorkommnisse in den Landkreisen Göttingen und Northeim sind nicht gemeldet worden.

Die Berufsfeuerwehr werde den Bericht des Einsatzleiters zu den Vorkommnissen an das Rechtsreferat der Stadt Göttingen weiterleiten mit der Bitte, Strafanzeige zu erstatten, sagt Detlef Johannson, Sprecher der Stadtverwaltung. "Das muss ein Nachspiel haben", betont Johannson. "Es ist eine Riesensauerei, wenn gerade die mit Feuerwerk beschossen werden, die regelmäßig für andere ihre Köpfe hinhalten." Dem pflichtet Schäfer bei. "Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir diese Probleme haben." Bereits in der Silvester-Nacht 2014/2015 waren Feuerwehrleute am Markt mit Raketen und Knallkörpern beworfen worden – unter Applaus der Umstehenden. Seine Kollegen reagieren mit Unverständnis auf Übergriffe dieser Art. Schäfer sagt: "Es ist jetzt der Punkt erreicht, wo wie das thematisieren müssen."

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