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Fibeln von 1880 bis 1980 im Städtischen Museum Göttingen

„Der Kaiser ist ein lieber Mann“ Fibeln von 1880 bis 1980 im Städtischen Museum Göttingen

„Fröhlicher Anfang – Alte Fibeln von 1880 bis 1980“ ist der Titel einer Sonderausstellung, die am Sonntag im Städtischen Museum eröffnet wurde. Die etwa 80 Ausstellungstücke stammen aus dem Nachlass des 2005 verstorbenen ehemaligen Rektors und Schulrats Eberhard Wokeck.

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Alte Fibeln sind zurzeit im Museum zu sehen.

Quelle: Heller

Göttingen. Der ehrenamtliche Museums-Mitarbeiter Bodo Kayser hat sie bei einer Inventur entdeckt. „Der Kaiser ist ein lieber Mann“, beginnt ein Gedicht aus einer um 1900 herum publizierten Fibel. Und in einer DDR-Fibel steht, dass Walter Ulbricht schon in seiner Jugend den Arbeitern sagte, was sie tun müssen, damit es keinen Krieg mehr gibt.

Fibeln hätten eben nicht nur den Zweck gehabt, Schulanfängern das Lesen und Schreiben beizubringen, erklärte bei der Eröffnung  Schuldezernent Siegfried Lieske (Grüne, sondern auch, sie im Glauben an das jeweils herrschende System zu erziehen.

Bis zum Ende der 1960er Jahre stellten Fibeln eine Welt dar, die mit der Realität wenig zu tun hatte, so Kayser. Sie thematisierten das hehre Landleben von Bauern und Schäfern, während Stadtmenschen, die in Büro oder Fabrik arbeiteten, nicht vorkamen.

Zudem sei die Rolle der Frau als fürsorgliche Ehefrau und Mutter gegenüber derjenigen des Mannes als den ganzen Tag hart arbeitenden Ernährers zementiert worden, sagte Lieske. Schließlich heißt es in einer Fibel aus dem Jahr 1964: „Kommt mein Väterchen nach Haus, zieh ich ihm die Schuhe aus.“  Die Ausstellung ist noch bis zum 23. Januar 2016 zu sehen.

Von Hauke Rudolph

Sonderausstellung "Fröhlicher Anfang" mit historischen Fibeln im Städtischen Museum Göttingen.

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