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Finanzamt Göttingen will Elektronik statt Papier

Steuerliche Veränderungen Finanzamt Göttingen will Elektronik statt Papier

Auf die steuerzahlenden Bürger kommen mit dem neuen Jahr einige wesentlichen Änderungen im Steuerrecht und der Steuerverwaltungspraxis zu. Viele Änderungen, sagt Finanzamts-Mitarbeiterin Monique Foth, seien den Bürgern noch unbekannt, beträfen sie als Steuerzahler jedoch unmittelbar.

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Fast eine dreiviertel Milliarde Euro Steueraufkommen pro Jahr: das Göttinger Finanzamt.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. So wird nach einjähriger Verzögerung wegen Verarbeitung falscher Daten  zum Jahreswechsel 2012/2013 das Elstam-Verfahren (= Elektronische Lohnsteuer-Abzugsmerkmale) eingeführt. Die Angaben, die bisher auf der Vorderseite der Lohnsteuerkarte vermerkt waren (beispielsweise Lohnsteuerklasse oder Religionszugehörigkeit) werden nun durch Einspeisung von Meldedaten automatisch gebildet.

Für die Bürger bedeutet das, sagt Finanzamts-Chef Manfred Scheffel, dass sie alle Änderungen wie Heirat, Geburt, Todesfälle, Wohnsitzwechsel sowie Kirchenein- und -austritt zeitnah bei Standesamt und Einwohnermeldeamt anzeigen müssen. Solche Änderungen werden den Finanzämtern dann automatisch mitgeteilt. Scheffel: „Werden sie nicht oder zu spät mitgeteilt, könne es zu fehlerhaften Lohnabrechnungen kommen.“

Außerdem seien die Bürger verpflichtet, dauerhafte Trennung vom Ehepartner oder die Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft nach einer Trennung dem Finanzamt zügig mitzuteilen. Wichtig außerdem: Die Erklärung muss mit der neuen Identifikationsnummer (ID) - nicht mit der herkömmlichen Steuernummer -   versehen sein, weil nur die ID-Nummer den Zugriff auf die Elstam-Daten erlaubt, erläutert Finanzamts-Fachfrau Ursula Ropeter.

Außerdem möchten die Steuerbehörden die elektronische Steuererklärung (Elster) via Internet vorantreiben. Scheffel: „Beim Finanzamt Göttingen geht inzwischen etwa jede dritte Einkommensteuererklärung auf elektronischem Wege ein.“ Auch für die Bürger sei das vorteilhaft: weniger Rückfragen des Finanzamts, schnellere Bearbeitung und Vermeidung von Übertragungsfehlern durch Finanzbeamte.

Für Firmen wird die elektronische Datenübermittlung ab Jahresbeginn 2013 verpflichtend. Nur in begründeten Härtefällen könne von dem Prinzip der „E-Bilanz“ (schließt Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung ein) abgewichen werden, erklärt Scheffel. Ab Januar können Unternehmer und Arbeitgeber ihre Steueranmeldungen nur noch authentifiziert übermitteln.

Auch für viele Rentner dürfte sich im kommenden Jahr einiges ändern: Demnächst überprüfen die Finanzämter die Einkünfte von Rentnern, die für die Jahre 2005 bis 2010 bislang keine Steuererklärung abgegeben haben. Dazu würden demnächst Anschreiben verschickt, kündigt Scheffel an. Zur Wahrung des Steuergeheimnisses würden Ehepartner getrennt angeschrieben.

Extra-Öffnungszeit   Zahlen und Daten
Regelmäßig gibt es vorm Jahreswechsel beim Göttinger Finanzamt großen Besucherandrang. Die Finanzbehörde reagiert mit zusätzlichen Öffnungszeiten: Dienstag, 18. Dezember, und Mittwoch, 19. Dezember, jeweils 12 bis 16 Uhr. Auch am Mittwoch, 2. Januar, ist das Finanzamt von 12 bis 16 Uhr geöffnet. Service-Mitarbeiterin Stefanie Neumann weist zudem darauf hin, dass zum Jahresende auch die Service-Hotline des Finanzamts (05 51 / 40 71 23) stark belastet ist.   Mit 747,7 Millionen Euro Gesamt-Steueraufkommen im vergangenen Jahr gehört das Göttinger Finanzamt zu den ertragsstärksten Finanzbehörden Niedersachsens. Rekordjahr war bislang 2008, als sich die Gesamtsumme auf mehr als 811 Millionen Euro belief.
2011 waren mit 312,8 Millionen Euro etwa zwei Fünftel der Gesamtsteuersumme abgeführte Lohnsteuer. Außerdem registrierte das Finanzamt knapp 110 Millionen Euro Einkommensteuer.
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