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Flächenbedarf auf Friedhöfen der Samtgemeinde Dransfeld sinkt

Erdgräber kaum noch gefragt Flächenbedarf auf Friedhöfen der Samtgemeinde Dransfeld sinkt

In den vergangenen Jahren hat sich die Bestattungskultur auf deutschen Friedhöfen deutlich verändert. Das klassische Begräbnis stirbt, glaubt man Statistiken und Untersuchungen zum Thema.

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Immer mehr Menschen wählen die Urnenbestattung an einer Stele. Auf dem Dransfelder Friedhof wurde bereits eine zweite Stele errichtet.

Quelle: Hinzmann

Dransfeld.  Für Kommunen wie etwa die Samtgemeinde Dransfeld bringt das erhebliche Probleme mit sich, denn da klassische Erdgräber kaum noch gefragt sind, nimmt der Flächenbedarf auf den Friedhöfen rapide ab. Dennoch sind die bestehenden Flächen vorhanden und deren Pflege muss bezahlt werden.

Da Friedhöfe außerhalb des kommunalen Haushalts liefen, müssten sie sich selbst tragen, erklärt Samtgemeindebürgermeister Mathias Eilers (SPD). Das bedeute, dass die Kosten auf die Gebühren umgelegt werden müssten. Die Samtgemeinde hat sich davor bisher gescheut und eine jährliche Unterdeckung in Höhe von rund 35 000 Euro  in Kauf genommen. Und auch 2013, als im Ausschuss eine neue Gebührenordnung vorgelegt wurde, habe die Politik „aufgrund der damit verbundenen enormen Kostensteigerung“ das nicht weiter verfolgt. Eilers: „Die Berechnung sah Erhöhungen im Bereich zwischen 100 und 200 Prozent vor.“

Das sei ein Kostenbereich, „den wir nicht wollen“, so Eilers. Das wären etwa 8000 Euro für ein Doppelgrab gewesen. Aktuell muss man in der Samtgemeinde dafür etwa 2800 Euro bezahlen. Trotzdem müsse noch in diesem Jahr über eine Anpassung der Gebührensatzung für die Samtgemeinde-Friedhöfe diskutiert werden, sagt Eilers.

In fast allen Ortschaften unterhält die Samtgemeinde einen Friedhof, auf fast allen steht außerdem eine Kapelle, die unterhalten werden muss. Auf den Friedhöfen der Samtgemeinde waren im vergangenen Jahr 82 Prozent der Begräbnisse eine Form der Urnenbestattung, nur 18 Prozent der Bestattungen erfolgten in Erdgräbern. „In den 80er-Jahren war das genau umgekehrt“, so Eilers. Zum Vergleich: für eine Urnenbestattung werde gerade mal ein Drittel der Fläche eines Erdgrabes benötigt. Besonders augenfällig ist die Situation in Varlosen.

Gerade einmal ein Drittel der dortigen Friedhofsfläche sei belegt, so Eilers. Und die um 2000 ursprünglich geplante Erweiterung und Umgestaltung des Dransfelder Friedhofs im Bereich der Zaunstätte scheiterte, weil dafür nicht genügend Geld da war. „Da sind wir mit einem blauen Auge davongekommen“, sagt der Samtgemeindebürgermeister.

Froh ist Eilers, dass auf einigen Friedhöfen durch örtliche Vereine ein Teil der Pflege übernommen wird. Bestes Beispiel sei in diesem Fall der Friedhof in Imbsen. „Man kann die Ehrenamtlichen nur unterstützen“, sagt Eilers, „aber wir können es nicht verlangen, denn das ist eigentlich Gemeindeaufgabe“. Besonders aufwendig sei die Pflege zum Beispiel in Meensen, wo der Friedhof in Terrassen angelegt ist.  Gut angenommen würden die Stelenfelder für Urnenbestattungen. In Dransfeld etwa sei schon eine zweite aufgestellt worden.

Die Urnenbestattung an einem Stelenfeld ist übrigens nicht nur für die Hinterbliebenen aus wirtschaftlicher Sicht lukrativ. Mit Blick auf die Pflege profitiert davon auch die Samtgemeinde, und am Ende zahlen sich die geringeren Kosten für die Pflege wiederum bei den Gebühren aus. Und über die müssen sich Verwaltung und Politik noch in diesem Jahr Gedanken machen.

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