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Flashmob gegen die Festung Europa in Göttingen

Aktion von Amnesty zum Weltflüchtlingstag Flashmob gegen die Festung Europa in Göttingen

Unter dem Motto "Massengrab Mittelmeer" haben am Sonnabendnachmittag rund 150 Menschen an einem Flashmob am Göttinger Gänseliesel zum Weltflüchtlingstag teilgenommen. Auf ein Signal aus einem Megaphon legten sie zu Boden, während Mitglieder von Amnesty International ihre Körperumrisse mit Kreise auf dem Pflaster umrissen.

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Quelle: Heller

Göttingen. Ein Sprecher der Göttinger Hochschulgruppe von Amnesty International plädierte für das Ende der "Festung Europa". Er machte darauf aufmerksam, das derzeit mehr als 50 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht sind. 

Doch nur 1,2 Prozent der weltweit Geflüchteten suchten in Europa Schutz, sagte John Contenius vom Amnesty Intenational. Sie machten sich auf den lebensgefährlichen Weg an die Außengrenzen der Europäischen Union und flöhen vor Gewalt, Folter, Verfolgung, Hunger, Krieg. "Diesen sich in höchster Not befindenden Menschen zu helfen und ihnen eine Chance auf Asyl zu geben ist keine Frage von Humanität oder Barmherzigkeit. Es ist vielmehr eine unbestreitbare Pflicht." So seien die Krisen, die Menschen Lebensgrundlagen raubten, das Produkt "enthemmter globaler Machtpolitik", die durch Institutionen, Industriestaaten und Konzerne verursacht werde. Zu den Verursachern  zählte auch die Bundesrepublik Deutschland und mit ihr die gesamte Europäische Union, sagte Conzenius. Zwar stehe die EU ihrem Selbstverständnis nach für Menschenrechte und Humanität, doch sie schau zu, wie tausende von Schutzsuchenden und Migranten beim verzweifelten Versuch, Europas Küsten zu erreichen, sterben. "Statt diesen Menschen zu helfen, werden Krokodilstränen vergossen. Die unbarmherzige Politik der Flüchtlingsabwehr wird durch die Grenzschutzeinheit Frontex mit aller Härte durchgesetzt. Flüchtlingsabwehr, diesen widerlichen Begriff hat erstmalig niemand anderes als Bundeskanzlerin Angela Merkel benutzt. Es ging nie darum Menschen zu beschützen, sondern Menschen sehenden Auges in den Tod zu treiben", sagte Contenius. Weitere Flüchtlingsorganisationen forderten auf Transparenten "Freiheit statt Abschiebung" und "Frontex versenken". 

 

Foto: Heller

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