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Fluchtgeschichte an historischem Ort in Friedland

Geschichte des Grenzdurchgangslagers Fluchtgeschichte an historischem Ort in Friedland

Zehntausende Flüchtlinge haben seit 1945 das Grenzdurchgangslager durchlaufen. Die Geschichte der Einrichtung soll künftig im alten Bahnhof dargestellt werden. Die Sanierungsarbeiten werden Mitte November abgeschlossen. Im Anschluss daran wird die Ausstellung aufgebaut, die im März eröffnet werden soll.

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Quelle: Hinzmann

Friedland. Unterschiedliche Gewerke sind derzeit im historischen Bahnhofsgebäude aktiv. Vor dem Haus wird gepflastert, innen tragen Tischler, Maler, Elektriker und viele andere dazu bei, dass aus dem 1890 erbauten Bahnhofsgebäude ein Museum für Flüchtlings- und Lagergeschichte wird. Die wechselhafte Historie des Gebäudes, das zehn Jahre lang leer stand, soll im Inneren sichtbar bleiben. Über das ausgefeilte Farbkonzept hinaus wurden im Erdgeschoss „restauratorische Fenster“ geöffnet, in denen die Anstriche früherer Jahrzehnte sichtbar bleiben sollen. Rund fünf Millionen Euro investiert das Land allein in diesen Abschnitt des Museumsprojektes.

Wer Friedland erreichte, sah als erstes den Bahnhof. Das Gebäude beeindrucke alle, die darin arbeiteten, sagt Oliver Krüger, Projektleiter Museum Friedland im Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport. „Der Ort nimmt einen gefangen.“ Am Freitag führte Krüger gemeinsam mit Klaus Engemann, Referatsleiter im Niedersächsischen Innenministerium, Gäste aus Berlin durch die Museumsbaustelle. Der Göttinger CDU-Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler war mit seinem Parteikollegen Stephan Albani, ebenfalls Bundestagsmitglied und gebürtiger Göttinger, in der Region unterwegs. Den Bad Zwischenahner verbindet die Fluchtgeschichte seiner Eltern mit Friedland.

Zudem, so Güntzler, habe das Land einen finanziellen Beitrag des Bundes zu den weiteren Teilen des Friedländer Museumsprojektes erbeten, in das insgesamt rund 20 Millionen Euro fließen sollen: dem bis 2018 geplanten Besucherzentrum, das zwischen Bahnhof und Grenzdurchgangslager errichtet werden und einer Forschungsakademie samt Begegnungsstätte, die bis 2020 realisiert werden soll. Darüber werde in der Bundeshauptstadt derzeit „konstruktiv parteiübergreifend verhandelt“, sagt Güntzler.

Während der alte Bahnhof noch ausgebaut wird, beschäftigt sich ein siebenköpfiges Aufbauteam mit der künftigen Ausstellung, deren Konzept seit langem steht. Derzeit würden die Texte ins Englische übersetzt, „später sollen weitere Sprachen folgen“, erklärt Krüger. Ursprünglich sollte das Museum in Friedland bereits zum Jahresende eröffnet werden. Weil die Gründungsarbeiten jedoch komplizierter ausfielen als gedacht, habe sich die dreimonatige Verspätung ergeben. Für die zweite Märzhälfte ist ein Eröffnungswochenende geplant.

©Hinzmann

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