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Flüchtlinge als Chance begreifen

Podiumsdiskussion der Konrad-Adenauer-Stiftung Flüchtlinge als Chance begreifen

Sachlich und informativ: Das ist eine von der Konrad-Adenauer-Stiftung Niedersachsen ausgerichtete Podiumsdiskussion im Hotel Freizeit In gewesen. Titel der Veranstaltung am Dienstagabend: „Herausforderungen für Kommunen und das Ehrenamt – wie gehen wir mit den Flüchtlingen um?“.

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Sachlich und informativ: Das ist eine von der Konrad-Adenauer-Stiftung Niedersachsen ausgerichtete Podiumsdiskussion im Hotel Freizeit In gewesen.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Die Diskutanten waren Fritz Güntzler, Bundestagsabgeordneter der CDU, Wolfgang Nolte (CDU), Bürgermeister von Duderstadt, Heinrich Hörnschemeyer, Leiter des Lagers Friedland, sowie Michael Matrian vom THW Niedersachsen/Bremen. Rund 75 Zuhörer waren zu der Diskussionsrunde erschienen.

Diskutiert wurden zwei Themen: Die derzeitige Situation in der Region sowie die politische Dimension der Flüchtlingsfrage. Die Lage in Südniedersachsen sehen die Diskutanten verhalten optimistisch. Hörnschemeyer berichtete, dass sich die Lage entspannt habe, derzeit in dem auf 700 Bewohner ausgelegten Lager nicht mehr 3500, sondern 1500 Menschen lebten, und dass bis Weihnachten alle registriert sein werden.

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrage vier bis sechs Wochen, dann würden die Menschen auf die Kommunen verteilt. Konflikte gebe es gelegentlich, sie wären jedoch nicht religiös oder ideologisch motiviert, sondern entstünden situationsbedingt, beispielsweise bei der Essensausgabe.

Auch Nolte berichtete, dass die Polizei keine besonderen Probleme mit Flüchtlingen verzeichne, und dass die Integration insgesamt gut voranschreite. Ein Problem seien die Finanzen, wie Göttingens Stadtkämmerer Hans-Peter Suermann (CDU) einwarf: „Das angekündigte Geld fließt nicht.“

Was den politischen Aspekt der Flüchtlingsfrage anging, waren sich die Diskutanten einig, dass der Integration eine entscheidende Rolle zukommt. „Lasst uns nicht die gleichen Fehler machen wie früher“, sagte Güntzler und forderte weniger Bürokratie, um Flüchtlingen die Möglichkeit zu geben, sich schneller einzubringen. Weiterhin warnte der CDU-Mann vor einer Obergrenze: „Was passiert, wenn die überschritten wird – sollen wir dann tatsächlich einen Zaun bauen oder Gewalt anwenden?“ Allerdings sei die Aufnahmefähigkeit faktisch begrenzt.

Daher müssten die EU-Partner zur Solidarität verpflichtet werden, notfalls mit Kürzungen von Zuwendungen. Die Fluchtursachen in den Herkunftsländern müssten bekämpft werden, und zwar auch in Kooperation mit Ländern wie Saudi-Arabien und der Türkei: „Was wäre die Alternative?“

Nolte und Güntzler betonten, dass Integration keine Einbahnstraße und es völlig legitim sei, Erwartungen an die Flüchtlinge zu stellen. Zum Schluss rief Güntzler dazu auf, nicht immer nur die Risiken zu betonen: „Lasst uns die Flüchtlinge als Chance begreifen.“ hr

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