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Flüchtlinge sollen nach Grone

Anna-Vandenhoek-Ring Flüchtlinge sollen nach Grone

Die Stadtverwaltung plant, Flüchtlinge aus kleineren Unterkünften künftig in der großen Sammelunterkunft im Anna-Vandenhoek-Ring in Grone unterzubringen. Das geht aus einer E-Mail an die ehrenamtlichen Helfer in der Flüchtlingshilfe hervor.

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Unterkunft ehemalige Voigtschule: Platz für 200 Menschen, umgebaut für 500 000 Euro.

Quelle: Jan Vetter

Göttingen. In dem Schreiben nennt Joachim Sterr, Beauftragter für die Einbindung und Steuerung der freiwilligen Flüchtlingshelfer, die Unterkünfte Große Breite, die ehemaligen Voigtschule sowie das „Weiße Haus“ am Hagenweg. „Es ist vorgesehen, den Bewohnern der Unterkunft Große Breite nun dort Räume anzubieten, die nicht von Schädlingen befallen sind. Weiterhin sollen auch die Bewohnern der ehemaligen Voigtschule sowie des ,Weißen Hauses‘ am Hagenweg in die neue Einrichtung umziehen.“

Räumung wegen Ungeziefer

Als einen Umzugsgrund für die Unterkunft in der Großen Breiten nennt Verwaltungssprecher Detlef Johannson „massiven Kakerlakenbefall“ in dem Haus. Das sei, so Johannson, „nicht überraschend“, das könne passieren. Für die Beseitigung des Ungezieferbefalls sei es nun notwendig, dass das Haus geräumt werden.

Helfer, die die Geflüchteten - derzeit sind rund 40 Menschen dort untergebracht, darunter viele Männer, aber auch eine Familie mit vier Kindern - betreuen, widersprechen der Verwaltung. Kakerlaken gebe dort keine, beteuern die Helfer, die täglich vor Ort sind.

Nach Johannsons Angaben soll die Unterkunft im Hagenweg künftig für geflüchtete Menschen in „besonderen Lebensituationen“, wie beispielsweise eine Schwangerschaft, bereit stehen. Inwieweit die Bewohner der ehemaligen Voigtschule umgesiedelt werden sollen, sagte Johannson zunächst nicht.

Für fünf Jahre gemietet

Er verwies auf einen Vorort-Termin im Anna-Vandenhoek-Ring am Dienstag für Medienvertreter und Mitglieder des Sozialausschusses, bei dem die Verwaltung weitere Details vorstellen will. Michael Bonder, Geschäftsführer von Bonveno, die die Flüchtlinge in der Großen Breite und Voigtschule betreut, geht davon aus, dass die Flüchtlinge aus beiden Einrichtungen ab dem 17. Mai nach Grone umziehen.

Der Umbau der ehemaligen Groner Lagerhalle, die die Stadt für fünf Jahre anmietet, hat 2,5 Millionen Euro gekostet. Das Rote Kreuz ist mit deren Betrieb beauftragt. Mehr als 400 Menschen sollen dort in 42 Parzellen, die vier bis zwölf Menschen als Wohn- und Schlafbereich dienen, leben.

Die freiwilligen Helfer in der gerade sanierten Voigtschule zeigten sich am Montag entsetzt über die Pläne der Verwaltung. Sie befürchten, dass ihre monatelange, aus ihrer Sicht sehr erfolgreiche Integrationsarbeit nun zunichte gemacht wird. Vor allem die Kinder würden aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen, sagte Helferin Rabea Westphal. Bei einer „Ghettoisierung“ im Anna-Vandenhoek-Ring sei Integration kaum noch möglich.

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Protest vor der neu ausgebauten Unterkunft.

Platz für bis zu 418 Menschen bietet die neue Unterkunft für Flüchtlinge im Groner Anna-Vandenhoek-Ring auf der Siekhöhe. Am Dienstag sollen die ersten Bewohner einziehen. Flüchtlingshelfer und Unterstützer kritisieren die Größe der Unterkunft und fürchten eine Ghettoisierung.

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