Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Bewegende Wünsche

Flüchtlinge gestalten Weihnachts-Wunsch-Baum Bewegende Wünsche

Es ist ein bewegender Moment, den Religionslehrer Burkhard Meyer wenig später als ein gelungenes Zeichen für Integration und gegen Rassismus beschreiben wird: Etwa 50 Schüler der BBS I in Göttingen haben am Donnerstag ihre Zukunftswünsche an einen Weihnachtsbaum gehängt – mit zum Teil sehr persönlichen Gedanken.

Voriger Artikel
Geld für Kindergarten nach Schlägen gegen Polizeihelm
Nächster Artikel
"Alle kräftig zur Kasse bitten"

Gemeinsam hängen Schüler Sterne mit ihren ganz persönlichen Wünschen an den Weihnachtsbaum im Schuleingang      

Quelle: Wenzel

Göttingen. Die Schrift ist ein wenig krakelig, die Botschaft umso stärker: „Ich wünsche mir, dass es im Iran keine Todesstrafe mehr gibt“, hat einer der Jugendlichen aus den Sprach- und Integrationsklassen (Sprint) der BBS I – Arnoldi-Schule auf seinen gelben Stern geschrieben. Seit Donnerstag hängt er im Foyer der Schule neben vielen anderen am Tannenbaum: „Ich wünsche mir für meinen Sohn ein schönes Leben“, schreibt Mina. Hossein will „schnell Deutsch und einen tollen Beruf lernen und seine Familie wieder sehen“. Eine Mitschüler wünscht sich ganz einfach: „Ich will Künstler werden.“

Niklas Mager.

Zur Bildergalerie

Es ist eine alte Tradition, die die Schüler von Meyer aus dem Religionskurs G14 am Beruflichen Gymnasium der BBS I mit ihrer Aktion wiederbeleben wollten: den Weihnachtsbaum. Zugleich wollten sie ihren Mitschüler aus den Sprint-Klassen die Möglichkeit geben, „unsere Religion und unsere Kultur näher kennenzulernen“, so Meyer. Daraus sei die Idee mit den Wunschsternen entstanden. Beim Basteln konnten die Schüler von ihren Traditionen zu Weihnachten und ähnlichen Festen erzählen. Das Projekt hätten die Schüler selbständig organisiert – auch den gespendeten Baum vom Billen Forst. Das gemeinsame Projekt sei der richtige Weg für eine Zukunft in Frieden und Sicherheit, sagte Schulleiter Rainer Wiemann.

Dass Weihnachten in Deutschland ein fröhliches Familienfest mit vielen traditionellen Elementen ist, findet der 19-jährige Meysam Safarzadhe „sehr schön“. Er ist Moslem, „aber wir glauben alle an Gott“. Sein sehnlichster Wunsch: Er möchte, dass seine Familie bald aus dem Iran nach Deutschland kommen kann. Gerade solche Schicksale und die Ereignisse der vergangen Jahre haben Arnoldi-Schüler Niklas Mager (19) zu seinem Stern-Wunsch geführt: „einfach mehr Menschlichkeit“. 

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Von Redakteur Ulrich Schubert

Schauspieler-Casting im Göttinger „Kauf Park“