Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Flüchtlinge ziehen in ehemaliges Amt

Köhler bittet Landesregierung Flüchtlinge ziehen in ehemaliges Amt

Der Bundestag hat eine Lockerung der Regeln im Baurecht beschlossen. Damit ist der Weg frei, Flüchtlinge auch in Gewerbegebieten unterzubringen. Die Stadt Göttingen hat bereits Pläne, wo sie künftig weitere Flüchtlinge unterbringen kann.

Voriger Artikel
Groß Ellershausen und Teile von Grone ohne Telefon
Nächster Artikel
„Miteinander – Füreinander“ zum 14. Mal im Kaufpark Göttingen

Zwei Etagen eines Bürohauses am Lutteranger sollen für Flüchtlinge angemietet werden.

Quelle: Mischke

Göttingen. Verwaltungssprecher Detlef Johannson bestätigt GT-Informationen, dass der Lutteranger eine Option ist.

„Es ist richtig, dass wir mit einem Unternehmen im Gespräch sind, um zwei Etagen eines Bürohauses am Lutteranger anzumieten. Der Mietvertrag befindet sich in der Vorbereitung.“ Zwar sei das jetzt grundsätzlich zulässig, im Detail müsse aber noch geklärt werden, ob es beispielsweise Probleme mit der Lärmimmission oder ähnlichem gibt.

Zudem wird zur Zeit das ehemalige Rechnungsprüfungsamt an der Breslauer Straße, das der Stadt gehört,  hergerichtet. „Dort werden in den nächsten Tagen 27 Flüchtlinge, überwiegend aus dem Sudan, untergebracht“, erklärt Sozialdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck (SPD).

Mietwohnungen allein reichen nicht aus, alle Flüchtlinge, die der Stadt zugewiesen werden, zu versorgen. In diesem Jahr wurden in Göttingen laut Johannson  mehr als 300 Flüchtlinge untergebracht. „Bis zum Jahresende rechnen wir mit weiteren 160 Personen.“  Derzeit kämen 20 Flüchtlinge pro Woche nach Göttingen. 

Nur: In der Stadt ist kaum noch freier Wohnraum verfügbar. Deshalb hat Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) jetzt das Land Niedersachsen gebeten, weitere Zuweisungen in diesem Jahr auszusetzen und der Stadt erst wieder ab 2015 Flüchtlinge zuzuweisen. „Für das Jahr 2015 rechnen wir  mit 500 bis 1000 Menschen“, sagt Johannson.

Langsam schwierig, noch Wohnungen zu finden

Durch die Lockerung des Baurechtes soll es auch möglich sein, neue Unterkünfte in Gewerbegebieten zu bauen. Auch hier sucht die Stadt nach einem geeigneten Platz. Welche und wie viele Standorte für Neubauten in Frage kommen, will die Verwaltung noch nicht mitteilen. „Wir prüfen den Bau einer größeren Gemeinschaftsunterkunft in Systembauweise. Einzelheiten werden in der nächsten Sitzung des Sozialausschusses am 2. Dezember vorgestellt“, so Johannson.

Auch im Landkreis wird es langsam schwierig, noch Wohnungen zu finden. „Bislang war die Unterbringung der Flüchtlinge bei uns kein so großes Problem“, erklärt Kreisverwaltungssprecher Ulrich Lottmann. Nun mussten aber neun Personen mangels einer geeigneten Wohnung erst einmal in ein Hotel ziehen.

Dem Landkreis wurden von der Landesaufnahmebehörde zuletzt im Juni 50 Flüchtlinge zugeteilt. 37 davon seinen bereits angekommen. Die Zahl der Flüchtlinge ist geringer als in vergleichbaren Kommunen. Das liegt an der Sondersituation des Landkreises, der aufgrund des Grenzdurchgangslagers Friedland nur 20 Prozent der Quote aufnehmen muss. „Nun wirkt sich die große Zahl an Flüchtlingen landesweit aber auch hier aus“, so Lottmann weiter.

Eine weitere Besonderheit im Landkreis Göttingen bei der Unterbringung ist eine Verwaltungsvereinbarung mit der Stadt Göttingen. Darin berechtigen sich beide Seiten gegenseitig, Flüchtlinge jeweils im Gebiet des anderen unterzubringen, wenn dies im eigenen Zuständigkeitsbereich nicht möglich ist. Lottmann: „Bislang ist aus der Stadt Göttingen ein Flüchtling in Hann. Münden untergekommen.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Schauspieler-Casting im Göttinger „Kauf Park“