Volltextsuche über das Angebot:

21°/ 12° Regenschauer

Navigation:
Flüchtlingshelfer im DGB-Haus bedanken sich

Aus der Mitte der Gesellschaft heraus Flüchtlingshelfer im DGB-Haus bedanken sich

Seit zwei Monaten ist das ehemalige DGB-Haus an der Oberen-Masch-Straße 10 besetzt und dient als Anlaufstation und Unterkunft für Flüchtlinge. Als Dank für alle Unterstützer, die die Flüchtlingsarbeit ermöglichen, haben Aktivisten einen Neujahrsempfang ausgerichtet. Der zeigte: Es hat sich viel getan.

Voriger Artikel
Stadtteil im Schatten eines „Weltkonzerns“
Nächster Artikel
Sanierung Maschmühlenweg startet im März
Quelle: Heller

Göttingen. Etwa 70 Gäste erschienen am Sonntag zur Feier, der Versammlungsraum im ersten Stock war voll und das Publikum vom Studenten bis zum Rentner bunt gemischt. Das machte deutlich, dass die Flüchtlingshilfe unter der Adresse „OM10“ nicht nur von studentischen Hausbesetzern geprägt zu sein scheint.

Beate Schäfer vom Hausbesetzerkreis „Our House“ machte in ihrer Ansprache deutlich, was in der erst kurzen Zeit alles geschafft wurde. So lebten aktuell sechs Geflüchtete für längere Zeit im Haus, andere blieben nur eine Nacht oder wenige Tage. Im Schnitt seien regelmäßig etwa 15 Flüchtlinge vor Ort, denn jeden Abend gehe man zum Bahnhof, biete den dort Übernachtenden Tee und etwas zu Essen an und lade sie in die „OM10“ ein.

Zwei weitere Wohnungen werden derzeit noch bezugsfertig gemacht – inklusive Küchen und Sanitäreinrichtungen. Das Material stammt aus Spenden. Sowohl die Flüchtlings-Unterstützer als auch Handwerksbetriebe packten ehrenamtlich mit an. Die „OM10“ – ein Beispiel, das Schule gemacht habe, sagte Schäfer. So habe es bereits Besuch aus anderen Städten gegeben. Außerdem sei das Netzwerk zu Vorträgen eingeladen worden, um über die eigenen Erfahrungen zu sprechen. In Köln, Halle oder Berlin habe es inzwischen ähnliche Aktionen gegeben, die sich direkt auf das Vorbild Göttingen berufen hätten.

„Wir haben weder vom DGB noch der Stadt Unterstützung erhalten – aber wir brauchen sie auch nicht“, betonte Schäfer unter Applaus. Mit den zahlreichen Helfern und den Sachspenden funktioniere es sehr gut auch ohne deren Hilfe. Selbst die Ausstattung des Pressebüros, Computer und auch ein Kopierer, stammen aus Spenden. Allerdings: Eingeladen waren nach Angaben der Veranstalter weder Vertreter der Stadtverwaltung noch des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

Wie es langfristig weitergehen soll, darüber macht man sich zurzeit Gedanken. Deutlich wurde, dass der Flüchtlingshelferkreis der „OM10“ nicht die Absicht hat, sein Engagement aufzugeben. Man sucht hingegen nach Möglichkeiten, es zu verstetigen, etwa als Verein. „Wir sagen: Das Haus gehört nicht mehr dem DGB, sondern uns allen“, so Schäfer. Es sei ein Symbol gegen eine unverantwortliche Asyl- und Außenpolitik und solle zeigen, dass es auch ohne große Lager und Container geht. Denn schließlich gebe es in der Stadt noch jede Menge Leerstand – etwa auf dem Gothaer-Gelände. Auch eine Demo sei geplant, um auf das Haus und die Flüchtlingsthematik aufmerksam zu machen. Am Donnerstag, 14. Januar, um 19 Uhr gibt es dazu ein Vorbereitungstreffen im besetzten Haus.

sg

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Stadiongala zum Abschluss des Erlebnis Turnfestes