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Flüchtlingsumzug vorerst gestoppt

Helfer verhindern eine Verlegung von 30 Flüchtlingen Flüchtlingsumzug vorerst gestoppt

Die Flüchtlinge aus der Großen Breite in Weende dürfen in ihrer Unterkunft bleiben. Für das weitere Vorgehen bei dem von der Stadtverwaltung in der Flüchtlingsunterkunft vermuteten Ungezieferbefalls soll ein "unabhängiger Gutachter" eingeschaltet werden.

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Flüchtlingshelfer und Demonstranten haben die Verlegung von 30 Flüchtlingen verhindert.

Quelle: CH

Göttingen. Bei einem gemeinsamen Gespräch am Dienstagabend haben sich Vertreter der Flüchtlingshilfe Weende und der Stadtverwaltung auf die nächsten Schritte geeinigt.  Der Gutachter soll nun prüfen, ob wegen des Kakerlakenbefalls ein Auszug der geflüchteten Menschen tatsächlich nötig sei oder ob eine "Acht-Stunden-Benebelung" ausreiche.

"Die Bewohner müssten nicht ausziehen, falls eine kurzzeitige Aktion nach Meinung des Experten genügen sollte. Sollte ein Auszug nach Auffassung des Sachverständigen allerdings notwendig sein, dürfen die Bewohner aus der Großen Breite nach Beendigung der Schädlingsbekämpfung wieder in die Unterkunft in Weende einziehen", sagte Verwaltungssprecher Detlef Johannson am Mittwoch.

Auch müssten Bewohner mit einer "posttraumatischen Belastungsstörung" bei einem nötigen Auszugs  nicht in die neue Unterkunft im Groner Anna-Vandenhoeck-Ring auf der Siekhöhe umziehen, sondern würden in anderen Unterkünften untergebracht. Der bislang geplante Auszug verschiebe sich, bis der Gutachter eine Auskunft erteilt hat. Dieser soll so schnell wie möglich erfolgen, wenn der Sachverständige zu einem entsprechenden Ergebnis kommt.

In der vergangenen Woche hatten Helfer und Flüchtlinge gegen eine von der Verwaltung angekündigte Umsiedlung in die für bis zu 400 Menschen ausgelegte Unterkunft auf der Siekhöhe protestiert. Die Verwaltung hatte den Kakerlakenbefall der Unterkunft in Weende als Grund angeführt. Sie hatte die Rückkehr der Weender Flüchtlinge in die Große Breite aber stets ohne Nennung von Gründen abgelehnt.

Am Rande einer Ortstermins in der Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen IWF im Nonnenstieg hat der Göttinger CDU-Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler den Göttinger Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) gelobt: Dieser habe beim Thema Flüchtlinge „insgesamt einen guten Job“ gemacht.

Er vermutet bei Köhler „gute Argumente“ für die Verlegung von Flüchtlingen aus kleineren Einrichtungen auf die Groner Siekhöhe. Der CDU-Landratskandidat und Göttinger Ratsherr Ludwig Theuvsen erinnert daran, dass „wir eigentlich in der Stadt den Konsens für eine dezentrale Unterbringung hatten“.

Davon habe man sich aber „notgedrungen für eine Übergangszeit“ verabschieden müssen. Es tue sich im Moment aber schwer, den Grund für die geplante Flüchtlingsverlegung zu erkennen. Angesichts der Kritik von Flüchtlingshelfern, würde er aber gern die Seite Stadtverwaltung anhören.

 

Flüchtlingsumzug vorerst gestoppt

Rund 30 Flüchtlingshelfer und Demonstranten haben am frühen Mittwochnachmittag verhindert, dass etwa 30 Flüchtlinge, die derzeit im sogenannten Weißen Haus im Hagenweg untergebracht sind, in die neue Unterkunft auf der Groner Siekhöhe verlegt werden.

Mitarbeiter der Stadtverwaltung wollten die Flüchtlinge am Mittwoch in der Unterkunft abholen. Weil aber bereits Unterstützer vor Ort waren, zogen diese unverrichteter Dinge ab. "Wann ein Umzug erfolgen kann, lässt sich gegenwärtig nicht sagen", sagte Verwaltungssprecher Detlef Johannson. Im Augenblick verhinderten Demonstranten einen Zugang. "Die Vorbereitungen für die Einrichtung einer Frauenunterkunft lassen sich folglich nicht umsetzen", sagte er. Die Stadtverwaltung plant nach Johannsons Angaben, das Haus im Hagenweg in eine Unterkunft ausschließlich für geflüchtete Frauen umzuwandeln.

Ihre Unterkunft im Hagenweg wollen die vorwiegend Männer, die vornehmlich aus dem Sudan und Syrien stammen, aber nicht verlassen. "Hier ist es doch komfortabel. Wir können unser Essen kochen, der Weg zu unseren Deutschkursen ist von hier nicht weit", sagt einer von ihnen. Vor fünf Monaten sei er aus dem großen Aufnahmelager in Bramsche gekommen, habe im Hagenweg eine kleine Unterkunft gefunden. "Und jetzt soll ich wieder in eine Sammelunterkunft?", fragt er. Er habe sich stattdessen Hoffnung auf eine Wohnung gemacht.

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