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Protest gegen Flüchtlingsumsiedlung

Große Breite 10 Protest gegen Flüchtlingsumsiedlung

Rund 40 Menschen haben ab dem frühen Dienstagmorgen den Zugang zur Flüchtlingsunterkunft in der Großen Breite 10 für Mitarbeiter der Stadtverwaltung blockiert. Damit wollten sie verhindern, dass die derzeit knapp 40 Bewohner vorübergehend in die große Unterkunft auf der Groner Siekhöhe ziehen müssen.

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Die rund 40 Menschen wollen verhindern, dass die Bewohner vorübergehend in die große Unterkunft auf der Groner Siekhöhe ziehen müssen.

Quelle: HW

Weende. Hintergrund ist ein von Befall der Unterkunft in der Großen Breite mit der Deutschen Schabe. Während die Verwaltung nach heftigen Protesten der ehrenamtlichen Helfer in der vergangenen Woche zum Beweis für einen Befall Protokolle der Schädlingsbekämpfungsfirma vorgelegt und eine Beurteilung des Landesgesundheitsamt eingeholt hatte, zweifelten die Blockierer am Dienstag diesen Befall weiter an. Sie forderten ein unabhängiges Gutachten. Auch sei der Umzug in die ehemalige Lagerhalle im Anna-Vandenhoeck-Ring wegen der Größe der Unterkunft nicht zu akzeptieren.

 

Für die Dauer der Schädlingsbekämpfung sollen die Bewohner die Große Breite verlassen. Ihre Kleidung hatten alle Bewohner nach Auskunft der Verwaltung bereits am Montag zur Behandlung gegen Schädlinge abgegeben. Während eine Hälfte der Bewohner die Unterkunft dann am Dienstagmorgen auch verlassen hatte, machten knapp 20 Flüchtlinge einen Rückzieher und verweigerten zunächst den Auszug. Erst gegen Mittag haben alle Bewohner die Unterkunft verlassen.

Die Flüchtlinge fürchteten, dass die Stadtverwaltung ihre schriftliche Zusage, dass die Flüchtlinge spätestens zwei Monaten nach Auszug nach Weende zurückkehren können, nicht einhält. Zu häufig habe die Verwaltung in den vergangenen Woche Zusagen nicht eingehalten, Aussagen zurückgenommen und kaum bis gar nicht über die ihre Pläne für die Große Breite informiert - so die Meinung von vielen Bewohnern, Blockierern und Helfern. Zu groß war ihr Misstrauen gegenüber der Stadtverwaltung.

Kein weiterer Umzug gewollt

"Ich möchte hier bleiben und nicht in die riesige Sammelunterkunft. Wenn ich noch einmal umziehen muss, dann möchte ich in eine richtige Wohnung ziehen", sagte einer der Männer. Auch das Angebot der Verwaltung, nach zwei Wochen in eine Wohnung in der neuen Unterkunft auf dem Schützenanger zu ziehen, akzeptierten die Flüchtlinge nicht.

Die Polizei war am Dienstag mit 20 Einsatzkräften bei der friedlichen Blockade vor Ort. Auch Stadtrat Siegfried Lieske verschaffte sich einen Überblick über die Lage, zeigte aber wenig Verständnis für die Aktion.

Verwaltung räumt Fehler ein

Erst am Montag hatte die Verwaltungsspitze bei einem Treffen mit Helfern und Unterstützern Fehler beim Umgang mit den Flüchtlingen in der Großen Breite und bei der Vermittlung der Umzugsgründe eingeräumt. Stephanie Ahlborn, persönliche Referentin von Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD), sprach von einer "Kommunikationspanne". So habe die Verwaltung den "Sturm der Empörung" nicht kommen sehen. Nach der Nachricht von einem Schabenbefall im April habe man handeln müssen, "Behördenverwaltungshandeln" habe eingesetzt. "Wir haben dabei das Individuum aus den Augen verloren", räumte Ahlborn ein

 

Lieske sicherte nach Drängen der Helfer und Unterstützer zu, in Zukunft besser, schneller und umfassender zu informieren - hauptamtliche und ehrenamtliche Helfer ebenso wie die Flüchtlinge.

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