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Flüchtlingszahlen im Landkreis Göttingen steigen weiter

102 Menschen bis September 2015 Flüchtlingszahlen im Landkreis Göttingen steigen weiter

Der Landkreis Göttingen bereitet sich auf die Unterbringung einer steigenden Anzahl von Flüchtlingen vor. „Zuletzt“, sagt Kreis-Sprecher Ulrich Lottmann, „wurde die Quote der dem Landkreis – ohne Stadt Göttingen – zugewiesenen Flüchtlinge auf 102 festgesetzt.“

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Quelle: epd (Symbolfoto)

Göttingen. Das gelte bis Ende des dritten Quartals 2015, spätestens dann wird eine neue Quote festgesetzt. 2014 wurden 73 Flüchtlinge im Landkreis Göttingen untergebracht.

Die Zahl für 2015 beruht auf einer Prognose, sagt Lottmann: „Ob und wie viele Flüchtlinge tatsächlich kommen, bleibt abzuwarten. Man kann davon ausgehen, dass die Zahl höher ausfällt und noch vor Ende September 2015 eine neue Quote festgelegt wird.“ Hauptherkunftsländer seien derzeit Syrien, Mazedonien und der Kosovo.

2015 seien dem Landkreis Göttingen bislang 30 Flüchtlinge neu zugewiesen worden. Lottmann weiter: „Darüber hinaus wurden zehn Asylfolgeantragsteller untergebracht, insgesamt also 40 Personen.“ Untergebracht wurden die Flüchtlinge dezentral im Flecken Adelebsen, der Stadt Duderstadt, der Samtgemeinde Radolfshausen, der Gemeinde Gleichen und der Stadt Hann. Münden. Das Verfahren: Über den freien Wohnungsmarkt mietet der Landkreis Wohnungen für Flüchtlinge an. Lottmann: „Eine anteilsmäßige Zuteilung auf die Gemeinden des Landkreises gibt es nicht.“

Wieviele Flüchtlinge zurzeit in der Stadt Hann. Münden untergebracht sind, vermag niemand exakt zu sagen. Die Stadtverwaltung erhalte keinerlei Informationen darüber, sagt Sprecherin Julia Bytom. Das sei sehr schade, denn „wir können nicht von Willkommenskultur reden, wenn wir nicht wissen, wer wo untergebracht ist”. Auch der Rosdorfer Bürgermeister Sören Steinberg (SPD) erklärt, die Unterbringung von Flüchtlingen sei allein Sache des Landkreises.

Thomas Brandes (SPD), Bürgermeister des Fleckens Bovenden, hat zu Jahresbeginn durch einen im gemeindeeigenen Mitteilungsblatt „Bovenden aktuell“ veröffentlichten Appell an Vermieter die Bemühungen des Landkreises Göttingen unterstützt, Flüchtlinge dezentral in den Gemeinden unterzubringen. „Ich habe dazu aufgefordert, freien Wohnraum direkt dem Landkreis zu melden, weil ich mich für die Flüchtlingsunterbringung auch verantwortlich fühle“, sagt Brandes. Allein zuständig sei aber der Landkreis. Die Gemeinde werde nicht unterrichtet, wenn Wohnungen zu diesem Zweck angemietet würden. Allerdings sei im Flecken Bovenden nicht viel freier Wohnraum verfügbar.

Ihm sei „völlig neu, dass die Kommunen nicht informiert werden”, sagt hingegen Marcel Riethig, Sozialdezernent des Landkreises Göttingen: „Der Landkreis informiert die Kommunen über jeden einzelnen Flüchtling, den der Landkreis vor Ort unterbringt. Wir geben dazu die Anzahl der Personen weiter sowie die Adresse der Wohnung, in der die Flüchtlinge untergebracht werden“, so Riethig.

„Ich gehe davon aus“, sagt Landrat Bernhard Reuter, „dass der Anstieg der Flüchtlingszahlen weiter geht.“ Mit Unterstützung von Hilfsorganisationen, Migrationslotsen und vielen anderen Ehrenamtlichen sei der Landkreis darauf „vergleichsweise gut vorbereitet“. Weil Flüchtlingspolitik eine nationale Aufgabe sei, fordere er Bund und Land auf, „endlich den Kommunen ihre Kosten vollständig und zeitnah zu erstatten“.

Zurzeit habe der Landkreis Kontakt zu einer gemeinnützigen Gesellschaft in Hann. Münden, um eine Immobilie in der Kernstadt anzumieten, erklärt Riethig. Noch stehe aber ein Gespräch aus. Erst danach könne er bekanntgeben, um welches Objekt es sich handle, so der Sozialdezernent.

Von Matthias Heinzel, Katharina Klocke und Britta Eichner-Ramm

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