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Flüchtlingszentrum kritisiert Zustände im Lager Friedland

Innenministerium: Wissen um angespannte Situation Flüchtlingszentrum kritisiert Zustände im Lager Friedland

Unabhängige Flüchtlingsberater haben die niedersächsische Landesregierung aufgefordert, die Lebenssituation der Flüchtlinge im Grenzdurchgangslager Friedland bei Göttingen umgehend zu verbessern. "Als konkrete Schritte verstehen wir ausreichend Nahrung und Kleidung für alle, weniger Wartezeiten und eine ausreichende Betreuung der Geflüchteten durch mehr Personal", teilte das Beratungs- und Aktionszentrum (BAZ) Friedland am Montag mit.

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Unabhängige Flüchtlingsberater haben die niedersächsische Landesregierung aufgefordert, die Lebenssituation der Flüchtlinge im Grenzdurchgangslager Friedland bei Göttingen umgehend zu verbessern.

Quelle: Hinzmann

Friedland . Weiter verlange das Zentrum eine bessere sanitäre und medizinische Versorgung der Flüchtlinge im Lager.

Ihnen müsse zudem eine kostenlose Nutzung des Nahverkehrs bis nach Göttingen sowie freier Internetzugang ermöglicht werden. Das Lager Friedland ist eine von bislang fünf Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes für Flüchtlinge.

Mitarbeiter des BAZ bezeichneten die Situation im Lager als "untragbar". Flüchtlinge müssten in überfüllten Zelten und teilweise auf sehr dünnen Matratzen schlafen. Bis zu 20 Personen teilten sich ein Zimmer, viele schliefen in den Gängen. Auch die medizinische Versorgung sei nicht gewährleistet, eine ausführliche Erstuntersuchung finde zum Teil erst nach einem Monat statt.

Flüchtlinge hätten zudem berichtet, dass sie in der Regel länger als eine Stunde bei der Essensausgabe warten müssten und von den Portionen nicht satt würden. Weil das Taschengeld meist erst nach einem Monat ausgezahlt werde, könnten viel Flüchtlinge weder selbstständig Essen einkaufen noch mit der Bahn nach Göttingen fahren.

Aktivisten hatten das Zentrum vor einem Jahr gegründet. Das außerhalb des Lagergeländes gelegene Zentrum bietet Flüchtlingen Sprachkurse, Beratungen und Internetnutzung an. Außerdem werden dort Kontakte zu Rechtsanwälten und Mitfahrgelegenheiten vermittelt.

Das Innenministerium in Hannover wisse um die "angespannte Situation" in Friedland und den anderen Erstaufnahmen, sagte Sprecher Matthias Eichler dem epd. Hätten in diesen Einrichtungen des Landes Anfang des Jahres rund 2.700 Flüchtlinge gelebt, seien es nun etwa 8.800.

Das Ministerium tue gleichwohl alles, um die Lage für die Flüchtlinge zu verbessern, fügte Eichler hinzu. Zudem werde "mit Hochdruck" an der Eröffnung weiterer Erstaufnahmen gearbeitet. "Wir gehen davon aus, dass wir noch in diesem Jahr eine sechste und im ersten Quartal 2016 eine siebte Einrichtung in Betrieb haben werden", sagt Eichler. Erst in der vergangenen Woche hatte im Kloster Blankenburg in Oldenburg ein weiteres Erstaufnahmelager den Betrieb aufgenommen.

epd

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