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Förderverein pocht auf Ratsbeschluss zum Freibad-Umbau in Weende

Förderverein pocht auf Ratsbeschluss zum Freibad-Umbau in Weende

Der Förderverein für das Freibad Weende rüstet sich für die neue Saison. Zugleich wollen die Verantwortlichen darauf achten, dass das im vergangenen Jahr vom Rat der Stadt beschlossene Konzept zum Freibad-Umbau auch umgesetzt ist. „Das ist kein Selbstläufer“, sagte der Vereins-Vorsitzende Eberhard Gramsch auf der Jahreshauptversammlung.

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Turmspringer im Weender Freibad: Der Förderverein sorgt sich um den Erhalt des Schwimmbads.

Quelle: Heller

Göttingen. Für Irritationen im Verein hatte gesorgt, dass Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) beim Neujahrsempfang gesagt hatte, die Investitionen der Stadt müssten auf den Prüfstand gestellt werden. In diesem Zusammenhang hatte der auch das Freibad Weende genannt.

Er hoffe, dass andere große Pläne in Göttingen den Bestand des Freibades nicht gefährdeten, sagte Gramsch. Man müsse dafür sorgen, dass der Ratsbeschluss zum Umbau des Bades auch umgesetzt werde. Schließlich dehne sich die Stadt derzeit nach Norden in Richtung Weende aus.

Gramsch verwies auf die vielfältigen Aktionen für das Freibad im vergangenen Jahr – von Frühjahrsputz über Freibadfest bis zum Jugendgottesdienst. Die Mitgliederzahl des Vereins sei mittlerweile auf mehr als 700 gestiegen. Rund 100 davon waren zur Jahreshauptversammlung gekommen.

Denen konnte Kassenwart Jürgen Funke für 2014 ein positives Jahresergebnis vorlegen. Es gab nämlich einen Überschuss in Höhe von 105 000 Euro – allerdings durch einen Einmaleffekt. Der Verein erhielt nämlich von Gerichten verhängte Strafzahlungen zugewiesen, die einen Großteil der Summe ausmachen. Damit hat der Verein eine gute Ausgangsposition, um eventuell auch bei größeren Investitionen auf dem Freibad-Gelände ein Wort mitzureden.

„Die Weender meinen es ernst und sorgen für ihr Freibad“, sagte Gramsch – auch im Hinblick auf die Aktionen, die der Förderverein in diesem Jahr plant. Nach Ostern treten die Mitglieder am Sonnabend, 11. April, ab 10 Uhr zum Frühjahrsputz im Freibad an. Unter anderem sollen die Beete gepflegt, die Hecken geschnitten, Unkraut gejätet und die Dachrinnen gereinigt werden. Wenn das Wetter mitspielt, soll das Freibad dann am Mittwoch, 13. Mai, vor dem langen Himmelfahrts-Wochenende geöffnet werden. Als weitere Aktionen in diesem Jahr sind unter anderem ein Freibadfrühstück geplant, eine Aktion der Kinder- und Jugendfeuerwehr, ein Jugendgottesdienst, eine School’s-out-Party und ein Moonlightswimming. Während der Freibad-Saison sammeln Mitglieder des Fördervereins unter anderem täglich Müll auf und übernehmen bei Bedarf Pflegearbeiten und Kassendienste.

Nachgefragt...
... bei Rolf-Georg Köhler (SPD), Oberbürgermeister  der Stadt Göttingen

... bei Rolf-Georg Köhler (SPD), Oberbürgermeister der Stadt Göttingen

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In Ihrer Neujahrsrede haben Sie angekündigt, Investitionen müssten auf den Prüfstand gestellt werden und dabei ausdrücklich auch das Freibad Weende erwähnt. Bedeutet das, dass der vom Rat der Stadt beschlossene Umbau des Bades wieder in Frage steht und es möglicherweise ein neues Konzept oder gar kein Bad mehr geben soll? Oder bleibt es bei dem beschlossenen Konzept und den beschlossenen Investitionen?
Ich habe zur klaren Darstellung unserer Haushaltslage darauf hingewiesen, dass wir wegen der Deckelung unserer langfristigen Verschuldung bis 2020 gezwungen sein werden, unsere Prioritäten bei den anstehenden Großinvestitionen intensiv zu diskutieren und genau festzulegen. Wir werden schlichtweg nicht alles realisieren können, was wünschenswert oder gegenwärtig in der Diskussion ist. In unserer Finanzplanung sind zurzeit zwei Millionen Euro für die Umsetzung des neuen Freibad-Konzeptes in 2016 vorgesehen. Die müssen sich im Haushalt des Jahres 2016 wiederfinden, wenn es denn dann losgehen soll. Darüber muss der Rat entscheiden. Das zu verdeutlichen war mein Anliegen; sollte das ohne meine Absicht missverstanden worden sein, so ist das bedauerlich.

Wie ist derzeit der Stand der Planung? Wann soll der Umbau beginnen?
Das Planungskonzept ist noch nicht in allen Punkten fertig. Welche Auswirkungen das Konzept auf eine Änderung des Bebauungsplanes hat, ist noch nicht abschließend klar. Ich gehe im Augenblick davon aus, dass wir bis in das Jahr 2016 einen regulären Freibadbetrieb haben und dass ab Herbst 2016 mit den Bauarbeiten begonnen werden könnte, wenn bis dahin alle Arbeitsschritte bis zur Baureife abgeschlossen werden konnten.

Mitglieder des Fördervereins Weende schneiden Hecken, jäten Unkraut, sammeln Müll ein. Insgesamt sollen Sie pro Jahr 30 000 Euro an Geld- und Arbeitsleistungen für den Betrieb des Bades beisteuern. Ist geplant, eine solche Summe künftig auch von den dortigen Bürgern für die Freibäder Grone und Brauweg einzufordern, um den städtischen Haushalt zu entlasten?
Das Engagement des Fördervereins war von Beginn als eigener Weender Beitrag zum Erhalt des Freibad-Standorts zu sehen, der nach den Planungen des Entschuldungshilfeprogramms ja komplett aufgegeben werden sollte. Das ist der große Unterschied im Vergleich mit der Situation der beiden anderen Freibäder. Dass in Weende so großer ehrenamtlicher Einsatz zum Tragen kommt, ist eine tolle Sache. Wenn der auch anderen öffentlichen Einrichtungen zugute kommt, würde ich das sehr begrüßen.

Interview: Jörn Barke

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