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Folgenloser Hundeangriff löst Ermittlungen in Deiderode aus

Mit Kamera auf der Jagd Folgenloser Hundeangriff löst Ermittlungen in Deiderode aus

Im Dorf wird die Szene so beschrieben: Drei Mädchen brechen aus dem Kornfeld und stehen vor einem Hund. Sie erschrecken sich - alle vier, auch der Hund. Was dann geschah, hat die Polizei sieben Wochen lang mit größtem Aufwand versucht zu ermitteln. Hat die Hundehalterin ihr Tier auf die Kinder gehetzt? Oder haben die Mädchen übertrieben?

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Bisher blieb der wahres Sachverhalt im Dunkeln. Das Ermittlungsverfahren wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung - so heißt das strafrechtlich, auch wenn nichts passiert ist - wurde von der Polizei abgehakt und zur Einstellung an die Staatswanwaltschaft abgegeben. Das Verbrechen, das das Dorf seit Jahren am schwersten aufwühlte, wird wohl ungesühnt bleiben.

 

Tatsächlich gibt es in dem Dorf mit 75 Haushalten seither kaum ein anderes Thema. Denn gut ein Drittel dieser Haushalte bekam Besuch von der Polizei. 30 Hunde sind laut Hundesteuerliste in Deiderode gemeldet. Etliche von ihnen mussten sich einer Art erkennungsdienstlicher Behandlung unterziehen: Sie wurden mit Einverständnis der Halter fotografiert, um sie den Mädchen vorzulegen, damit sie identifizieren, welcher Hund sie (nicht) anfiel.

 

Heiß diskutiertes Thema

 

Alles geschah schon am 4. Juni gegen 16 Uhr. Die sechsjährigen Mädchen, die einen Reiterhof besuchten, spielten in den bestellten Feldern. Gleichzeitig sei eine "große, kräftige rothaarige Frau" mit einem "schäferhundähnlichen schwarzen Hund" in Richtung Friedhof unterwegs gewesen. Der Hund sei nicht angeleint gewesen. Der Vater eines der Mädchen hatte tags darauf der Polizei angezeigt, die Frau habe den "bissigen Hund" auf die Mädchen "gehetzt". Von einem Biss aber ist nicht die Rede. Einige Deideröder wollen aber wissen, eines der Mädchen sei beim Weglaufen gestürzt.

 

Die Ermittlungen ergaben, dass Zeugen, die den Vorfall aus 50 Metern Entfernung sahen, nichts von einem "Hetzen des Hundes" gesehen haben. Auch ging die Polizei allen Hinweisen auf "schäferhundähnliche" Vierbeiner nach, konnte aber keinen der Hunde identifizieren. In einer Straße war die Polizei mit bis zu drei Ermittlern, einschließlich Praktikant, in jedem Haushalt. Auch keine Halterin, auf die die Beschreibung passt, fand sich. Den Eltern der Mädchen reichte die polizeiliche Mühsal aber noch immer nicht. Eine Mutter ging mit Kamera im Anschlag persönlich auf die Pirsch, um heimlich Fotos von Hundehalterinnen zu machen, was wiederum bei diesen nicht unbemerkt blieb und für Empörung sorgte.

 

Beim Dorffest war das Hunde-Drama Thema Nummer eins: Die einen empört ("Was haben die Kinder in der Frucht zu suchen?" …also im Getreide), die anderen ganz sicher ("Das war der Köter von der…"), und wieder andere wussten schon immer ("Wenn die Stadtkinder vor Hunden Angst haben, sollen sie nicht aufs Dorf kommen."). Wer wirklich was weiß, fragt die Polizei noch immer, der solle sich in der Wache in Groß Schneen melden. Ansonsten werde angenommen: Es muss eine auswärtige Hundehalterin gewesen sein, die am Dorfrand eine Pause eingelegt hat, um ihren Hund auszuführen.

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