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Forschungsarbeit dokumentiert Widerstand

Stadtarchiv Göttingen Forschungsarbeit dokumentiert Widerstand

Erstmals gibt es eine umfangreiche Dokumentation über „Widerstand in Göttingen“ während der NS-Diktatur. In 179 Textdateien, unterlegt mit 125 Dokumenten und 398 Bildern, fasst sie die Ergebnisse einer zweieinhalbjährigen Forschungsarbeit zusammen. Seit Montag wird sie auch auf den Internetseiten des Stadtarchives präsentiert.

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Göttingen. Göttingen. Erstmals gibt es eine umfangreiche Dokumentation über „Widerstand in Göttingen“ während der NS-Diktatur. In 179 Textdateien, unterlegt mit 125 Dokumenten und 398 Bildern, fasst sie die Ergebnisse einer zweieinhalbjährigen Forschungsarbeit zusammen. Seit Montag wird sie auch auf den Internetseiten des Stadtarchives präsentiert.

isk-Jugend

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Maifeier

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Es ist eine Arbeit mit vielen überraschenden Ergebnissen, die auch unter die Haut geht. Detailliert dokumentiert der Historiker Rainer Driever Widerstandsformen von und Repressalien gegen Kirchen, kommunistische Gruppen, die Sozialdemokratie, Sozialisten und eine von Göttingen ausgehende Eisenbahner-Gruppe. Anhand von Gerichtsakten, Karteikarten aus Gefängnissen und anderen Dokumenten beschreibt er ausführlich Repressionen gegen 83 Göttinger, die in irgend einer Weise gegen das Nazi-Regime Widerstand geleistet haben und die verhaftet und bestraft wurden.

Die Aufarbeitung widerlege die bisherige Aussage, dass die politische Lage in Göttingen von 1933 bis 1945 „sehr ruhig“ gewesen sei, bilanzierte Driever: „Es gab eine ganze Reihe von Aktionen gegen das Regime - in ganz unterschiedlichen Formen“. Sie reichten von der Verweigerung des Hitlergrußes und den Aufbau von Widerstandsstrukturen bis zu illegal verteilten Flugblättern. Viele Widerstandskämpfer landeten für Wochen oder Monate im Gefängnis, mindestens fünf starben in Haft.

Kommunistisches Flugblatt "Der Rote Stürmer"

Kommunistisches Flugblatt "Der Rote Stürmer"

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Die Arbeit „Widerstand in Göttingen“ umfasst ganz Göttingen, aber auch ausgewählte Beispiele aus Hann. Münden, Einbeck und Northeim. „Diese Arbeit war überfällig“, sagte Göttingens Kultur- und Sozialdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck während der Vorstellung. Sie hatte den Anstoß für das Projekt gegeben. Ein Projekt, mit dem Göttingen Neuland betrete, ergänzte der Leiter des Stadtarchivs, Ernst Böhme. So etwas gebe es bisher in keiner Unistadt dieser Größe. Jetzt sucht der freischaffende Historiker Driever im Auftrag der Stadt weitere Hinweise und Dokumente zum Widerstand und zu den Personen auf den Fotos im Internet. us

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