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Höchster Mäusebestand seit 1971

Rekordjahr für Kurzschwanzmäuse Höchster Mäusebestand seit 1971

So viele Mäuse wie 2014/2015 gab es seit den 70-er Jahren nicht mehr. Das gilt zumindest für Mäuse, die in südniedersächsischen Wäldern leben. Die nordwestdeutsche forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA) mit Sitz in Göttingen ermittelt jährlich im Herbst den Bestand der so genannten Kurzschwanzmäuse.

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Eine Rötelmaus knabbert an einer Eichel.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Darunter fallen Feldmaus, Schermaus, Rötelmaus und Erdmaus. „Der Bestand war im Herbst 2014 extrem stark angestiegen“, sagt Pavel Plasil, Sachgebietsleiter in der Abteilung Waldschutz der NW-FVA. „Das Jahr war ein Rekordjahr für Kurzschwanzmäuse“.

Die Prognosefänge wurden an 16 Standorten in Südniedersachsen und Nordhessen, beispielsweise im Kaufunger Wald, Reinhardswald, Solling, Westharz und rund um Göttingen ausgeführt. Die absoluten Spitzenwerte in der Mäusepopulation erreichten dabei Gladebeck, Rosdorf und Reinhausen. „Das gilt für beide Jahre, für 2014 und für 2015“, so Plasil.

„Die Dichten oberirdisch fressender Kurzschwanzmäuse waren im Herbst 2014 extrem stark angestiegen. Ermittelt wurden die bisher höchsten Mäusedichten, die während der Herbstprognosen seit 1971 erreicht wurden“, so steht es im aktuellen Bericht der NW-FVA.

Die Abteilung Waldschutz habe daraufhin im Juli 2015 einen Sommerfang auf den selben Flächen wie im Herbst 2014 gestartet. Die Fangergebnisse bestätigen auch weiterhin anhaltend hohe Populationsdichten der Kurzschwanzmäuse. Im Herbst sank die Zahl dann leicht.

Für die Zählungen werden jeweils 25 bis 50 Schlagfallen mit Rosinen als Köder ausgelegt. Nach 24 Stunden werden die Fallen kontrolliert, die Mäuse entnommen, die Fallen erneut aufgestellt. Zwei Nächte lang wird gefangen, dann ausgewertet. Liegt der daraus errechnete Index bei über 20 (oder 10 Kurzschwanzmäusen) auf der Fläche, dann geben die Fachleute eine Empfehlung für Gegenmaßnahmen heraus. Diese Tiere seien ab einer gewissen Populationsdichte in der Lage, Forstkulturen durch Abnagen der Rinde an jungen Bäumen vollständig zu vernichten. Die zuständigen Forstämter überprüfen den Mäuse-Bestand dann erneut und legen, wenn nötig, Giftköder aus. 

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