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Frauenhasser vor Prozess untergetaucht

Dolchstoß und Schläge Frauenhasser vor Prozess untergetaucht

Der Strafprozess gegen einen 44 Jahre alten Göttinger ist in dieser Woche geplatzt. Laut pöbelnd soll er alle Frauen beschimpft haben, die ihm in den Weg kamen. Als sich eine an der Bushaltestelle Kreuzbergring solche beleidigenden Worte verbat, schlug er zu – mit der flachen Hand zwar nur, aber ins Gesicht.

Der Angeklagte hat sich offenbar abgesetzt. Er wird gesucht. Das Geschehen am 27. März 2007 sah aus wie eine von vielen Straßenpöbeleien. Die Justiz ließ sich Zeit – dreieinhalb Jahre –, und sie behandelte den Fall wie andere Bagatellen beim Amtsanwalt. Erst beim Amtsrichter schrillten die Alarmglocken.

Bei genauerer Betrachtung der Lebensgeschichte des Angeklagten fielen Parallelen zu einer Straftat in Spanien auf. Dort hatte der heute 44-Jährige während einer Ticketkontrolle einer Flughafenangestellten ohne jede Vorwarnung einen Dolch in den Rücken gerammt – mutmaßlich aus Hass gegen Frauen. Er war in Spanien wegen versuchten Mordes – für die Qualifizierung als Mord oder Totschlag gelten in Spanien andere Kriterien – zu vier Jahren Freiheitsentzug und Unterbringung in der Psychiatrie verurteilt worden. Drei Jahre war er dort im Maßregelvollzug behandelt worden, ehe er nach Göttingen kam.

Nun schloss die Staatsanwaltschaft nicht aus, dass auch bei der Tat in Göttingen ein Schub seiner psychischen Erkrankung vorlag. Der Fall wurde ans Landgericht abgegeben, weil nur das Unterbringung anordnen darf. Doch dem Prozess entzog er sich der Mann durch Flucht.

ck

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