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Freifunk-Initiative Göttingen zieht Bilanz

"Wir sind überwältigt" Freifunk-Initiative Göttingen zieht Bilanz

Die Göttinger Freifunk-Initiative blickt auf ein "super erfolgreiches" erstes Jahr zurück. Nach zwölf Monaten sind in dem WLAN-Netz, das einen freien und kostenlosen Zugang zum Internet bietet, knapp 600 Router online.

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Ein Ausschnitt aus dem Göttinger Freifunknetz: Ein blauer Punkt markiert einen aktiven Freifunk-Router, ein kleiner roter weist auf dort einloggte WLAN-fähige Geräte hin.

Quelle: EF

Göttingen. Mit dem raschen Wachstum habe niemand gerechnet, sagte Frank Richardt von der Initiative. "Wir sind überwältigt."

Zum Jahreswechsel 2014/2015 hatten Mitglieder des Göttinger Chaos Computer Clubs erste Freifunk-Router in Göttingen installiert. 2015 ist das Netz bis über die Stadtgrenzen Göttingens hinaus gewachsen. Ziel der Freifunker ist es, allen Menschen einen anonymen, unzensierten und kostenlosen Zugang zum Internet über WLAN zur Verfügung zu stellen und eine nichtkommerzielle Infrastruktur aufzubauen und zu betreiben. Inzwischen befindet dafür auch der Förderverein "Netze ohne Grenzen" in Gründung.

Im Verlauf des zurückliegenden Jahres haben die Freifunker die Göttinger Flüchtlingsunterkünfte an der Breslauer Straße, am Nonnenstieg, auf den Zietenterrassen, in der ehemaligen Voigtschule und in Herberhausen mit Freifunk versorgt. Gleiches gelte für die Unterkünfte in Rosdorf und Adelebsen.

Für dieses Engagement, Flüchtlinge mit Freifunk zu versorgen, ist Freifunker Krischan Jodies im November von der Bürgerstiftung bei der Vergabe des Zivilcouragepreises gewürdigt worden. "Es werden immer nette Nachbarn von Unterkünften gesucht, die ihr Internet teilen würden. Die können sich dann bei uns melden, wir beraten dann oder können eventuell sogar gesponserte Router zur Verfügung stellen", ergänzte Richardt.

Inzwischen baut auch der Göttinger Einzelhandel, nach einer Info-Veranstaltung auch viele Pro-City-Mitglieder, an dem Freifunk-Netz mit. Auch habe die "Politik hat Freifunk entdeckt und als förderungswürdig erkannt", erklärten die Freifunker. So hat der Rat der Stadt Göttingen etwa im November auf Antrag der SPD einstimmig beschlossen , das offene und freie WLAN-Netz in Göttingen weiter auszubauen. Aber: In weiten Teilen der Bevölkerung sei der Freifunk noch unbekannt, beklagen die Freifunker. "Wir bekommen allerdings fast ausschließlich positive Rückmeldungen."

Als größtes Hindernis für ein flächendeckendes Freifunk-Netz sehen sie immer noch die so genannte Störerhaftung. Diese sei auch der Hauptgrund dafür, dass die Flüchtlingsunterkünfte nicht von Anfang an mit Netz versorgt würden. Die Änderungen des Telemediengesetz brächten hier "nur Verschlimmbesserungen". Ziel, so Richardt, sei es die Störerhaftung abzuschaffen.

Der Ausbau des Göttinger Netzes sei ein weiteres Ziel der Initiative für 2016. "Dabei sind uns auch die noch zu erwartenden neuen, aber auch die vorhandenen Flüchtlingsunterkünfte wichtig", erklärte Richardt. Auch suchten sie Standorte auf hohen Gebäuden, um dort Router zu platzieren und hofften auf die Unterstützung der Stadtverwaltung für den Zugang zu öffentlichen Liegenschaften.

Mehr Informationen zu Freifunk unter:  freifunk-goettingen.de

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