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Freispruch nach Schlägerei bei Groner Kirmes

Göttingen Freispruch nach Schlägerei bei Groner Kirmes

Fast fünf Jahre nach einer Schlägerei am Rande der Groner Kirmes ist die juristische Aufarbeitung des Falles mit tragischen Folgen vorerst abgeschlossen. Am Freitag hat das Jugendschöffengericht einen zur Tatzeit 17-jährigen Groner vom Vorwurf der Körperverletzung freigesprochen. Dem Gericht blieben Zweifel an der Täterschaft, weil weder das Opfer noch die Zeugen konkret sagen konnten, dass der Angeklagte den damals 25-jährigen Christian L. aus Wintrich an der Mosel niedergeschlagen und dadurch lebensgefährlich verletzt habe.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Der Fall war ein juristisches Tauziehen ohnegleichen. Christian L. hatte seinerzeit beim Sturz auf einen Bordstein so schwere Kopfverletzungen erlitten, dass er nach einer Gehirnblutung  dauerhafte Schäden erlitt. Die Ermittlungen gegen die beiden jungen Groner, die an der Ecke Greittor/Zollstock mit drei Männern aus Rheinland-Pfalz in Streit gerieten, waren rasch eingestellt worden. Die Männer aus Wintrich waren Gäste der Kirmes gewesen und schwer alkoholisiert auf dem Weg zu einem Taxi, als sie auf die Jugendlichen trafen. Bei den Ermittlungen hatte sich ergeben, dass eine Notwehrsituation, wie die Jugendlichen behaupteten, nicht auszuschließen war. Zwar war Anklage erhoben, diese vom Amtsgericht aber nicht zugelassen worden. Eine Beschwerde dagegen hatte aber Erfolg. Danach gab es Streit um den Richter, der zwar zuständig, als Abgeordneter zum Landgericht jedoch an der dortigen Entscheidung beteiligt war. Schließlich wurde unter Ausschluss der Öffentlicheit verhandelt.

Nach fünf Prozesstagen nun aber der Freispruch. Der Grund: Das Opfer konnte sich an nichts erinnern. Die Kameraden des Verletzten hatten nichts gesehen, und die einzige unabhängige Zeugin, eine Taxifahrerin, will zwar ein Gerangel, dieses aber nur im Rückspiegel und undeutlich gesehen haben. Ob der einzige Schlag, den sie gesehen hatte, der war, der Christian L. auf den Bordstein fallen ließ, blieb unklar. Deshalb im Zweifel für den Angeklagten der Freispruch.  ck

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