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Freund erschossen: Prozess gegen Renter aus Osterode vor Abschluss

51 Monate oder Bewährung? Freund erschossen: Prozess gegen Renter aus Osterode vor Abschluss

Der Rentner, der im Streit seinen alkoholisierten Nachbarn und Freund erschossen hat, kommt möglicherweise mit einer Strafe wegen fahrlässiger Tötung davon. Die Staatsanwaltschaft, die den 63-Jährigen aus Schwiegershausen wegen Totschlags angeklagt hatte, hält mittlerweile ein versehentliches Abfeuern der Waffe für möglich.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen/Schwiegershausen. Dass der Mann absichtlich geschossen und den Tod des Mannes in Kauf genommen habe, lasse sich nicht sicher nachweisen.

 
Die Aussage des Angeklagten, er habe nur verhindern wollen, dass sein Gast die auf dem Schreibtisch liegende Waffe ergreift, sei nicht zu widerlegen, erklärte die Staatsanwaltschaft in der Verhandlung am Mittwoch. Überdies lasse sich kein Motiv erkennen, weil der Getötete ein sehr guter Freund des Angeklagten gewesen sei. Der vorige Streit sei nicht ausreichend für ein Tötungsmotiv. Andererseits habe der 63-Jährige die Waffe, zudem noch geladen, offen herumliegen lassen – ein grober Verstoß gegen das Waffengesetz. Daher müsse die Strafe empfindlich ausfallen: vier Jahre und drei Monate Haft nach dem Willen der Staatsanwältin.

 
Die Anwälte der Angehörigen des Getöteten zeigten sich uneinig. Zwei Anwälte widersprachen der These, die Schüsse seien womöglich aus Versehen abgegeben worden. Dazu sei der Angeklagte als Schütze zu versiert. Nebenkläger-Anwalt Steffen Hörning meinte hingegen, es sei zwar bei weitem nicht ausgeschlossen, dass der Angeklagte absichtlich geschossen habe, aber nachzuweisen sei ihm das nicht. Daher schließe er sich der Staatsanwaltschaft an. Das tat auch der Verteidiger. Allerdings nicht, was das Strafmaß betrifft: Eine Verurteilung zu maximal zwei Jahren Haft sei genug. Die Haft könne aus guten Gründen zur Bewährung ausgesetzt werden, weil der Angeklagte bislang völlig unbescholten sei, er durch die Schuld, einen seiner besten Freunde getötet zu haben, ohnehin schwer getroffen sei und sich eine Haft wegen seiner vielen schweren Krankheiten stark lebensverkürzend auswirken könne.

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Von Redakteur Matthias Heinzel

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