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Schlägerei überschattet friedliche Demo

"Freundeskreis" sagt Göttinger Kundgebung ab Schlägerei überschattet friedliche Demo

Eine Schlägerei zwischen Mitgliedern der rechten und der linken Szene hat einen bis dahin friedlichen Demonstrationstag am Sonnabend überschattet. Der rechte „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“ (FKTN) hatte Kundgebungen in Göttingen und Duderstadt angemeldet.

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Quelle: ms

Bereits am Sonnabendmorgen hatten sich etwa 500 Göttinger rund um den Göttinger Albaniplatz versammelt, um gegen die von Jens Wilke (NPD) angekündigte Kundgebung zu protestieren. Ein Demonstrationszug war am Neuen Rathaus gestartet und zog ebenfalls in Richtung Stadthalle. Polizeikräfte aus ganz Niedersachsen waren im Einsatz, um die zugewiesenen Bereiche der Kundgebungen voneinander abzuriegeln.

 

Wilke sagte seine Veranstaltung in Göttingen allerdings kurzfristig ab. Statt dessen zogen er und 17 weitere „Freundeskreis“-Mitglieder am Vormittag durch Duderstadts Innenstadt. Lothar Hanisch, Sprecher des Bündnisses gegen Rechts, und Polizei-Einsatzleiter Rainer Nolte lobten anschließend den friedlichen Verlauf des Vormittags in Göttingen. Die Gewaltlosigkeit sei beispielhaft für die Zukunft, so Hanisch. Um 13 Uhr waren alle Kundgebungen offiziell beendet.

 

Gegen 15.30 Uhr kam es dann nach Angaben der Polizei zu der gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen fünf Mitgliedern des sogenannten „Freundeskreises“ und zwei Angehörigen der linken Szene. Von diesen sei einer mutmaßlich so schwer verletzt worden, dass er anschließend im Krankenhaus behandelt werden musste.

 

Augenzeugenberichte, wonach mit Eisenketten und Stangen zugeschlagen worden sein soll, konnte die Polizei am Wochenende nicht bestätigen. Der genaue Tatablauf und der eventuelle Einsatz von Schlagwerkzeug seien aktuell Gegenstand der Ermittlungen des Staatsschutzkommissariats, teilte die Polizei mit.

 

Unmittelbar nach der Auseinandersetzung stellte sich eine Gruppe von etwa 80 Personen aus der linken Szene den Mitgliedern des „Freundeskreises“ auf dem Albaniplatz entgegen. Durch fliegende Steine und Flaschen wurden zwei Polizisten leicht verletzt, so die Polizei. Die Polizei trennte die beiden Parteien schließlich. Mitglieder des "Freundeskreises" sollen dann mit Polizeiwagen aus der Herzberger Landstraße eskortiert worden sein.

 

Wie Kreistagsmitglied Meinhart Ramaswamy (Piraten) bestätigte, seien vor und nach dieser Auseinandersetzung mehrfach Mitglieder des „Freundeskreises“ an seinem Wohnhaus aufgetaucht, hätten Fotos gemacht und ihn und seine Familie mit Megafon-Durchsagen bedroht. Eine entsprechende Aufnahme ist auf der Facebookseite des "Freundeskreises" mit der Unterschrift „Auf Durchreise bei Freunden...“ zu sehen. Da es bereits im Frühjahr zu ähnlichen Situationen gekommen sei, habe er Schutz durch die Polizei beantragt, sagte Ramaswamy.

 

Die Polizei bittet Zeugen der Vorfälle am Sonnabendnachmittag, sich unter Telefon 05 51 / 4 91 21 15 zu melden.

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Einsatz der Göttinger Polizei an der Stadthalle am Sonnabendnachmittag.

Im Nachgang zu den gewaltsamen Auseinandersetzungen am Albaniplatz am Sonnabendnachmittag erheben mehrere Organisationen und Parteien zum Teil schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Sie äußern Unverständnis, wie es trotz großer Polizeipräsenz zu der Eskalation habe kommen können.

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