Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 15 ° Regen

Navigation:
Strafanzeigen und Platzverweise

"Freundeskreis"-Mitglieder jagen Menschen durch Friedland Strafanzeigen und Platzverweise

Für Teile des "Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen" (FKTN) ist der vergangene Sonnabend mit Strafanzeigen wegen Landfriedensbruchs zu Ende gegangen. Nach Kundgebungen in Göttingen und Northeim sind Mitglieder der rechten Szene in Friedland vorübergehend festgenommen worden.

Voriger Artikel
Freibad Weende „ein Unikat“
Nächster Artikel
Absage an Agitation und Hetze
Quelle: SPF

Friedland/Göttingen/Northeim. In Göttingen wollten sie am 1. April marschieren, so die Ankündigung des rechtsradikalen Freundeskreises im Vorfeld des vergangenen Wochenendes. Da dieser Plan durch Stadt und Gerichte durchkreuzt worden war, standen rund 100 Teilnehmer gegen 15 Uhr im Gehege auf dem Bahnhofsvorplatz 1200 Gegendemonstranten gegenüber.

Bereits nach einer Stunde wechselte man daher spontan nach Northeim, wo man auf verkürzter Route vom Bahnhof zum Münster marschieren durfte. Bei Kontrollen stellte die Polizei Waffen und gefährliche Gegenstände sicher: Teilnehmer trugen Messer, Pfefferspray und Schraubenzieher bei sich. Im weiteren Verlauf blieb der FKTN-Aufenthalt in Northeim auch nach Eintreffen von Gegendemonstranten noch gewaltfrei.

Bei der Abreise allerdings kam es während der Zugfahrt nach bisherigen Ermittlungen zu Auseinandersetzungen beider Lager. Der Zug wurde daraufhin gestoppt. Der Bewegungsdrang des Freundeskreises war aber auch hier noch nicht gestillt, sodass am Abend in Friedland eine weitere Spontandemonstration angemeldet wurde. Hier verwehrte die Polizei den 24 Anwesenden den Marsch zum Grenzdurchgangslager.

Jagd auf "Angehörige der linken Szene"

Nach der offiziellen Auflösung der Veranstaltung begannen Teilnehmer die Jagd auf "Angehörige der linken Szene, vermutlich um sie zu attackieren", heißt es im Polizeibericht. Den gezielten Angriff auf einen Fotografen, bei dem sich ein weibliches Mitglied der rechten Szene nach Polizeiangaben ohne fremde Einwirkung verletzte, dokumentierte ein Livemitschnitt auf der Facebookseite des Freundeskreises.

Das Video wurde mittlerweile wegen angeblich zu intensiver Kommentierung aus dem Netz gelöscht. Die immer häufiger eingesetzten Liveübertragungen seien für einige Kollegen noch gewöhnungsbedürftig, aber manchmal könnten sie auch beweiskräftige Bilder liefern, sagte Thomas Rath, Leiter der Polizeiinspektion Göttingen, im Nachgang der Einsätze. Man werde das Video im Zuge der Ermittlungen gründlich auswerten.

"Die Trennung der beiden Lager ist weiterhin unser primäres Ziel," ergänzte Polizeidirektor Rainer Nolte am Montag. Das habe am Wochenende weitgehend gut funktioniert. Trotz des unplanmäßig erhöhten Aufwands. Insgesamt waren dafür etwa 1000 Beamte im Dienst, die man sicher auch sinnvoller hätte einsetzen können, so Rath.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Bohrarbeiten in der Düsteren Straße