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Friedländer Windkraft-Pläne in Gefahr

Bundeswehr-Hubschrauber im Tiefflug über Gemeindegebiet: Friedländer Windkraft-Pläne in Gefahr

Seit Jahren versucht die Gemeinde Friedland, Windkraft-Vorranggebiete auszuweisen. Damit will die Verwaltung stärkeren Einfluss auf die Standorte künftiger Windräder behalten. Doch die bisherigen Pläne sind gefährdet.

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Das Kampfhubschrauberregiment 36 fliegt Helikopter vom Typ Eurocopter Tiger.

Quelle: dpa

Friedland. Außer dem bisherigen Windrad-Standort bei Deiderode sieht die Verwaltung sieben weitere Flächen für Windkraft vor – verteilt über das gesamte Gemeindegebiet und mit einer Gesamtfläche von fast 200 Hektar.

Einen Strich durch diese Pläne könnte nun jedoch die Bundeswehr machen. Deren Kampfhubschrauberregiment 36 überfliegt die Region regelmäßig zu Übungszwecken mit Flughöhen herunter bis zu 45 Metern. Besonders bei nächtlichen Übungsflügen sind Windräder hochgefährlich. Mit diesem Argument hat die Bundeswehr bereits die praktisch fertig durchgeplanten Windkraft-Vorrangfläche der Gemeinde Rosdorf bei Sieboldshausen zu Fall gebracht.

Friedlands Flächen sind zwar nicht durch den Rosdorfer Flugkorridor bedroht, wohl aber durch eine zweite Route. Nach Angaben von Oberstleutnant Gary Olaf Schadt vom Hubschrauberregiment 36 führt eine weitere Strecke nördlich um Friedland herum, die ebenfalls regelmäßig beflogen wird.

Um früher als die Rosdorfer Gemeindeverwaltung auf mögliche Einschränkungen für Vorranggebiete reagieren zu können, sagt der Friedländer Bauamtsleiter Jürgen Schäfer auf Tageblatt-Anfrage, habe die Verwaltung die Bundeswehr um detaillierte Pläne zum Verlauf der Flugkorridore gebeten.

Die seien mittlerweile eingetroffen und würden derzeit mit Blick auf ihre Verträglichkeit mit den Planungen der Gemeinde geprüft. Außerdem werde untersucht, ob Windräder auf den derzeit geplanten Vorrangflächen Richtfunkstrecken stören könnten.

Die Flugkorridore „tangieren zum Teil Vorrangflächen“, erklärt Friedlands Bürgermeister Andreas Friedrichs (SPD). Dramatisch sei die Planungssituation derzeit aber nicht. Gegebenenfalls könne man auf Probleme mit einer Verkleinerung der Vorrangflächen reagieren. Voraussichtlich nach der Sommerpause würden die möglicherweise modifizierten Pläne der Öffentlichkeit vorgestellt und mit den Bürgern diskutiert.

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