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„Friedland besser als auf Lampedusa“

Politiker besuchen Flüchtlinge „Friedland besser als auf Lampedusa“

Die meisten sind schon wieder weg. Sie haben ihre Aufnahmeformalitäten im Grenzdurchgangslager Friedland erledigt und sind auf die Bundesländer verteilt worden. Nur noch 24 Flüchtlinge aus dem Irak, denen die Länder Niedersachsen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern dreimonatige Integrationskurse angeboten haben, waren noch in Friedland, als gestern, am Dienstag, 14. April,  der Grünen-Abgeordnete Jürgen Trittin das Lager besuchte. Heute, am Mittwoch, 15. April,  aber kommt bereits die nächste Gruppe Irak-Flüchtlinge aus Syrien, ehe in drei Wochen die ersten 85 Iraker aus Lagern in Jordanien erwartet werden.

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Rundgang: CDU-Politiker im Lager Friedland.

Quelle: Heller

Allen erregten Diskussionen im Landtag zum Trotz: Es hat reibungslos mit der Erstaufnahme geklappt, sagt Heinrich Hörnschemeyer, Chef des Grenzdurchgangslagers (GDL). Statt verängstigter, traumatisierter Menschen, so wie insbesondere die Grünen in den Debatten vorgetragen hatten, kommen solche, die mutig und engagiert ihre Zukunft in Deutschland gestalten wollen. 

Von dem Angebot, in 300 Stunden Kursus vor allem Grundkenntnisse der deutschen Sprache zu erlangen, haben ausnahmslos alle, denen es angeboten wurde, Gebrauch gemacht. Das sind derzeit die 24 Erwachsene, die in den drei genannten Bundesländern eine neue Heimat finden werden.

Wie gestern Trittin, so hatte sich zuvor bereits der Arbeitskreis Innen und Integration der CDU in Friedland getroffen. Vorsitzender Hans-Christian Biallas hatte sich und seine Parteifreunde unter anderem von Pastor Martin Steinberg informieren lassen und in den Räumen des Deutschen Roten Kreuzes darüber informiert, welche Hygiene- und Kosmetikartikel, Spielsachen und Spenden die Neuankömmlinge erhalten. Steinberg nannte die Integrationskurse „eine Erfolgsgeschichte“. Es sei erstaunlich, in welch kurzer Zeit die Menschen Deutsch lernten. Die Rahmenbedingungen stimmten. „Leute in Friedland sind tausendmal besser dran als die auf Lampedusa“ erinnerte Steinberg an den Flüchtlingsstrom über das Mittelmeer. Dabei gebe es Familien, die all ihre Habe vor der Flucht zu Geld machten und bündelweise 100-Dollar-Noten dabei haben. „Andere haben nicht einmal mehr eine Zahnbürste.“

Unterdessen hat die Gesellschaft für bedrohte Völker an die Politik appelliert – gestern speziell an Trittin –, mehr als die versprochenen 2500 Irak-flüchtlinge aufzunehmen.

                                                                                                                         ck

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