Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Sprühregen

Navigation:
Frontlader und Futter an Schulbauernhof Hardegsen geschenkt

Drittmittel sind nötig Frontlader und Futter an Schulbauernhof Hardegsen geschenkt

„Es geht nicht ohne Drittmittel“, macht der Geschäftsführer des Internationalen Schulbauernhofs Hardegsen, Axel Unger, ganz klar. Ohne Unterstützung zum Beispiel von der Niedersächsischen Bingostiftung für Umwelt und Entwicklungszusammenarbeit, vom Kultusministerium des Landes, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und vielen mehr gebe es den Schulbauernhof nicht.

Voriger Artikel
Kinder-Notbetreuung im Kreis Göttingen überwiegend ausgelastet
Nächster Artikel
Göttinger Fundfahrräder für Flüchtlinge

Der Schulbauernhof bei Hardegsen erhielt Sachgeschenke aus der Wirtschaft.

Quelle: Theodoro da Silva

Hevensen. Die jüngste Unterstützung kommt aus der Nähe von Salzgitter und Hildesheim: Der Hersteller für Landmaschinen Stoll aus Lengede Broistedt hat dem Bildungsbauernhof einen Frontlader im Wert von etwa 10 000 Euro gespendet; mit Futtermitteln für eine vierstellige Summe bringt sich der Landhandel Weiterer aus Algermissen fortan jährlich ein. Mit mehr Ressourcen in der Landwirtschaft werde es leichter, eigene Produkte in der Region zu vertreiben, meint Unger. Außerdem mache das den Rücken frei für die pädagogische Arbeit.

„Wo kommen die Lebensmittel eigentlich her“, ist die Kernfrage, für die es auf dem besonderen Bauernhof in Hevensen Antworten gibt. Das Team um Geschäftsführer Unger versucht, für den Nachwuchs darin Transparenz herzustellen, „wie das Schnitzel auf den Teller kommt“. „Dass eine Kuh zwei Jahre im Stall steht, bevor sie Milch gibt“, überrasche fast alle Kinder und Jugendlichen, sagt die landwirtschaftliche Betriebsleiterin, Johanna Arnemann. Genauso erstaunt seien sie, wenn sie lernten, dass die meisten Ferkel nicht einmal ein Jahr alt würden. An die 25000 Schüler hätten seit der Eröffnung des Schulbauernhofs dort „Landwirtschaft zum Anfassen“ erlebt, so Unger. Künftig solle der internationale Aspekt durch Austausche mit Polen, Italien und Schweden einen stärkeren Akzent bekommen. Die Unterstützung des Projekts Schulbauernhof sei ihnen eine Herzensangelegenheit, sagte Sven Rahmann von der Firma Stoll. Denn es fehle Nachwuchs für das Unternehmen. Nur beim Reinschnuppern könnten Heranwachsende erfahren, dass es im Bereich Landwirtschaft zukunftssichere Arbeit gebe. Laut Unger ist auf dem Schulbauernhof die Zusammenarbeit mit Berufsbildenden Schulen im Gespräch. Ein Termin im Kultusministerium dazu stehe.

„Alles ist sehr im Wandel“, beschrieb Henning Meyer vom Geschäftsführenden Vorstand des Kreisbauernverbands Landvolk Northeim-Osterode. Der Familienbauernhof verliere an Bedeutung. Vielmehr werde es immer wichtiger, Mitarbeiter zu gewinnen und zu führen oder mit anderen zu kooperieren. Nach dem Zweiten Weltkrieg habe es in Deutschland 1,3 Millionen Bauern gegeben, heute seien es noch 320000, führte Konrad Weiterer, Geschäftsführer vom Landhandel Weiterer, aus.

Vor zehn Jahren wurde der Schulbauernhof als gemeinnützige GmbH in Trägerschaft des Instituts für allgemeine und angewandte Ökologie Hardegsen und des Kreisbauernverbands Landvolk Northeim-Osterode gegründet. Seit 2013 agiert er als eigenständiger landwirtschaftlicher Betrieb und hat mit seiner Bildungsarbeit Stellen geschaffen. Zum Team gehören die landwirtschaftliche Betriebsleiterin Johanna Arnemann und Claudia Eicke-Schäfer als Assistentin der Geschäftsleitung.

Von Ute Lawrenz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Vor 25 Jahren erhielt der Göttinger Wissenschaftler Erwin Neher den Nobelpreis