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Frühblüher-Wanderung durch den Plesse-Wald bei Bovenden

Knospen für den Frühlingssalat Frühblüher-Wanderung durch den Plesse-Wald bei Bovenden

In hellgrünen Teppichen wächst der Bärlauch. Die Knospen hält er noch geschlossen. Doch schon jetzt steigt den Spaziergängern hin und wieder sein würziger Duft in die Nase. Am intensivsten rieche Bärlauch, wenn er verblüht sei, sagt Friedwald-Försterin Martina Bey. Dann sei das Wildgemüse auch am geschmacksintensivsten. Bey hat eine Handvoll Interessierter auf eine Frühblüher-Wanderung durch den Plessewald mitgenommen.

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Frühblüher: Waldführung an der Burgruine Plesse mit Friedwald-Försterin Martina Bey.

Quelle: Heller

Bovenden. Die Försterin mahnt jedoch zur Vorsicht beim Kräutersammeln im Wald: Gefährlich sei beim Bärlauch etwa die Verwechslung mit Maiglöckchen oder mit Herbstzeitlosen. Wer seinen Frühlingssalat mit den falschen Blättern anrichtet, riskiert sein Leben. Viele Frühblüher seien giftig, berichtet Bey, so etwa der Gefleckte Aronstab und das Wald-Bingelkraut, das sie im Laub entdeckt hat. Den Spaziergängern, die sich ihr angeschlossen haben, zeigt die Expertin die filigranen Blüten. Getrocknet verliere das Kraut seine Anmut. Die hellgrüne Pflanze verfärbe sich schwarz.

Wie ausgeklügelt das System Natur ist, verdeutlicht Bey am Beispiel des Leberblümchens. Je blasser die violette Blüte, desto weniger Nektar habe sie zu bieten. So melde die Pflanze ihren Bestäubern, dass sie woanders besser bedient würden.

„Wenn man eine Pflanze kennengelernt hat, wächst sie überall“, so beschreibt Bey den Lerneffekt eines Waldspaziergangs. Am Märzenbecher wird das offenbar. Bey führt die Gruppe etwas abseits vom Pfad, um ein besonders großes, auf einen Blick alleinstehendes Exemplar zu zeigen. Drei weitere der weißen Blumen entdecken die Wanderer nur wenige Schritte weiter.

Am Krummen Altar genießen alle die Aussicht. Kurz hält die Gruppe an der Wittenburg, einer Fluchtburg aus dem achten Jahrhundert. An einer Blüten-Insel bekommen alle zum Schluss beinahe eine Zusammenfassung ihres Wegs geboten: Leberblümchen, dazwischen Bingelkraut und vieles mehr. Karin Hammond hat während des Rundgangs Bärlauch-Knospen gesammelt: „Die kommen heute Abend auf den Salat.“

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