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Frühblüher im Alten Botanischen Garten in Göttingen

Erste Farbtupfer Frühblüher im Alten Botanischen Garten in Göttingen

In knapp zwei Wochen beginnt kalendarisch der Frühling. Schneeglöckchen, Winterlinge und Krokusse blühen auf den Rasenflächen des Alten Botanischen Gartens Göttingen, Märzenbecher öffnen ihre Kelche. Auch in den Kleingartenanlagen der Region sind erste Farbtupfer zu sehen – Signal für den Beginn des Arbeitsjahres.

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Eberhard Schaedel und Anja Hoffmann beim Obstbaumschnitt.

Quelle: Hinzmann

Göttingen/Rosdorf. Anja Hoffmann, Vorsitzende des Kleingartenvereins Flora in Rosdorf, beschäftigt derzeit der Rückschnitt von Obstbäumen, Sträuchern und Stauden. Auch Wege, Parkplätze und die Lauben werden auf Vordermann gebracht. Bodenarbeiten stehen noch nicht an, „die Erde ist noch zu feucht“, sagt Dietmar Knobloch, stellvertretender Vereinsvorsitzender. Waltraud Freiberg, Vorsitzende des Kleingartenvereins Geismar, berichtet ebenfalls von einem langsamen Saisonstart: „Zurzeit erledigen wir nur Instandsetzungs- und Vorarbeiten.“

Blätter und andere Pflanzenreste werden mit der Harke vom Rasen entfernt, um eine übermäßige Moosbildung zu verhindern. Gewächshäuser und Pflanzkästen mit Setzlingen können ebenfalls vorbereitet werden. Außerdem reinigen die Kleingärtner die Nistkästen, damit dort Vögel einziehen können. Eine dauerhafte Aufgabe ist das Befreien der Beete von ungewollten Wildpflanzen. „Unkraut wächst eigentlich immer“, erklärt Hoffmann. Eine großes Problem könnten in diesem Jahr die Schnecken werden, denn durch den relativ warmen Winter würden sie früh wieder aktiv.

Kaum gehen die Temperaturen nach oben, blüht es es überall. Bilder aus dem alten Botanischen Garten in Göttingen. ©Hinzmann

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Im Alten Botanischen Garten darf das Laub zunächst auf den Beeten liegenbleiben. „Das arbeiten die Regenwürmer in die Erde ein. So entsteht Humus“, sagt Gartenkustos Michael Schwerdtfeger. Auch Baum- und Strauchschnitt gehören an der Unteren Karspüle nicht zum dringlichsten Frühjahrs-Arbeitspensum der Gärtner. Zum einen fehlen die Obstbäume, zum anderen sollen sich die Gewächse überwiegend frei entfalten können. „Das ist eine natürliche Gartenanlage, wir fördern deshalb auch das Verwildern“. Wie auf den Rasenflächen etwa, wo sich die vor Jahren von Schwerdtfeger handeingesetzten Schneeglöckchen wild vermehrt haben und mit violetten Krokussen und gelben Winterlingen um die Wette blühen. Auch im Alpinum und in angrenzenden Bereichen ist schon einiges zu sehen: Alpenveilchen, Primeln und die unscheinbar grün blühende Nieswurz gehören zu den Vorboten des Frühlings.

Mit dem ersten Mähen sind die Gartenprofis ebenfalls zurückhaltend. „Frühes Mähen wäre kontraproduktiv“, sagt Schwerdtfeger. „Die Frühblüher brauchen ihre Blätter noch ein paar Wochen, um Sonnenstrahlen einzufangen.“ Erst wenn das Laub verwelkt sei, richte das Kürzen des Grases keinen Schaden mehr an den Blühpflanzen an. Auch im Botanischen Garten wird derzeit noch keine Sommerblume ins Freiland gepflanzt. „Wir wissen ja noch nicht, ob der Winter schon vorbei ist.“

Von Katharina Klocke und Finn lieske

Gartentipps vom Profi
  • Noch nicht vertikutieren, weil die Erde noch zu feucht ist.
  • Hecken sollten wegen nistender Vögel besser erst im Juni oderJuli geschnitten werden.
  • Steinobst sollte erst nach der Ernte zurückgeschnitten werden.
  • Obstbäume nicht zu stark zurückschneiden, da sie sonst nicht austreiben können.
  • Wegen möglichem Frost besser noch keine Blütenpflanzen ins Freie pflanzen.
  • Gewächse, die bis Ende Mai nicht austreiben, sind wahrscheinlich im Winter eingegangen und können entsorgt werden. fl
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