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Frühe Blüher und neongrüne Blättchen

Streifzug durch den Stadtwald Frühe Blüher und neongrüne Blättchen

Ein dichter Pflanzenteppich auf dem Boden und Kaskaden fast neongrüner Blättchen darüber zeigen das Erwachen der Pflanzenwelt an. „Das macht vor allem die Buche, wir nennen das Frühlingswehen“, erklärt Martin Johannes Levin, Leiter des Göttinger Fachdienstes Stadtwald.

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Bilden dichte Teppiche auf dem Waldboden: Buschwindröschen oder Frühlingsanemonen.

Quelle: Klocke

Von unten beginnt sich der Wald wiederzubeleben. Zuerst tauchen am Boden Frühblüher wie Märzenbecher, Seidelbast und Schlüsselblumen auf. Die ersten Blütenpflanzen sind Schnellstarter: Ihre Wurzeln, Zwiebeln oder Knollen haben während des Winters alle Nährstoffe gespeichert, die für das Erblühen benötigt werden. Das spart Zeit. Nur wenige Wochen haben die Gewächse ausreichend Licht. Danach bilden die be-laubten Baumkronen ein nahezu undurchdringliches Dach.

Mittlerweile sind viele der ersten Blütenkelche bereits verschwunden. Die zweite Garde breitet sich aus. Ganze Felder von Bärlauch und Buschwindröschen bedecken das Herbstlaub – weiße und gelbe Frühlingsanemonen. „Das ist eine Besonderheit der Region: Die wachsen vor allem auf Kalkböden“, sagt Levin. Daneben gedeiht der Hohle Lerchensporn nebst Mandelblättriger Wolfsmilch, ebenfalls eine Pflanze des Kalkbuchenwaldes, die darüberhinaus eher ozeanisch-gemäßigtes Klima benötigt. Im Norden Deutschlands ist sie nicht zu finden, „wir sind ein Übergangsgebiet, eigentlich geht das bis Kassel, Göttingen ist ja schon ein kaltes Loch“, meint der Förster.

Hohler Lerchensporn

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Schon zu sehen, aber noch nicht erblüht, ist das Salomonsiegel, auch Springwurz genannt, mit dessen Hilfe im Märchen Türen geöffnet und Quellen zum Sprudeln gebracht werden. Zu den Frühjahrsblühern im Stadtwald gehören auch die Mondviolen, die jedoch erst im Herbst offenbaren, warum ihr volkstümlicher Name „Judaspfennig“ lautet: Die Samenstände der schönen Blume sehen aus wie durchscheinende kleine Silbertaler. Ein unscheinbares Frühjahrsblümchen hat dem Göttinger Wald sogar zu einem Typennamen verholfen: Durch das Vorkommen der violetten Lathyrus vernus wird der Hainberg auch als Frühlingsplatterbsen-Buchenwald eingestuft.

„Die Frühlingsplatterbse ist nur während ihrer Blütezeit im Frühjahr zu finden.“ Wer sich übrigens den Waldfrühling in Form eines Handstrauchs in sein Wohnzimmer holen will, wird an den frühen Blühern nicht viel Freude haben, weiß Levin: „Die lassen schon am Waldrand ihre Köpfe hängen und erholen sich auch in der Vase nicht wieder.“

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