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Früherer Bürgermeister soll nicht länger als Ehrenbürger gelten

Göttinger Verein Früherer Bürgermeister soll nicht länger als Ehrenbürger gelten

Ein Göttinger Geschichtsverein will erreichen, dassdem früheren Oberbürgermeister Bruno Jung (1886-1966) wegen seiner Verstrickung in das NS-Regime posthum die Ehrenbürgerwürde der Stadt aberkannt wird.

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Ein Göttinger Geschichtsverein will erreichen, dassdem früheren Oberbürgermeister Bruno Jung (1886-1966) wegen seiner Verstrickung in das NS-Regime posthum die Ehrenbürgerwürde der Stadt aberkannt wird.

Quelle: Meder

Göttingen . Zudem solle eine nach ihm benannte Straße in Göttingen umbenannt werden, forderte der Vorsitzende des Vereins "NS-Familien-Geschichte: hinterfragen - erforschen - aufklären", Roland Laich, am Montag.

Jung war von 1926 bis 1938 Oberbürgermeister von Göttingen. 1961 wurde er zum Ehrenbürger ernannt. Jung habe sich in der NS-Zeit "schnell den neuen Machthabern angepasst" und sei 1937 in die NSDAP eingetreten, sagte Laich. Im Herbst 1941 sei er - zunächst stellvertretend - Landrat im Landkreis Esch-sur-Alzette in Luxemburg geworden.

In dieser Funktion sei er unter anderem für Zwangsrekrutierungen von Luxemburgern in die deutsche Wehrmacht verantwortlich gewesen: "Seine Tätigkeit am Schreibtisch im annektierten Luxemburg hatte für viele tödliche Folgen." Gegen diese Zwangsrekrutierung kam es 1942 zu Streiks in Schulen und Fabriken. Im Hüttenwerk in Schifflange bei Esch habe der Arbeiter Hans Adam am 31. August 1942 mit der Werkssirene das Zeichen zur Arbeitsniederlegung gegeben.

Nach Adam solle künftig der jetzige Bruno-Jung-Weg benannt werden, schlug Laich vor. In Niedersachsen wird derzeit an zahlreichen Orte darüber nachgedacht, Straßen umzubenennen, weil die bisherigen Namensgeber mutmaßlich eine zu große Nähe zum NS-Regime hatten.

So wurde der vormalige Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platz am Landtag in Hannover im April in Hannah-Arendt-Platz umbenannt, weil der frühere niedersächsische Ministerpräsident Kopf (1893-1961) sich im Zweiten Weltkrieg an jüdischem Vermögen aus Polen bereichert haben soll.

dpa

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