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Früherer Göttinger AfD-Schatzmeister bleibt in Haft

Landgericht Hannover bestätigt Früherer Göttinger AfD-Schatzmeister bleibt in Haft

Der ehemalige Neonazi, AfD-Funktionär und Hochstapler Lennard R. aus Göttingen bleibt im Jugendgefängnis. Das Landgericht Hannover hat den inzwischen 21-Jährigen am Mittwoch in einer Berufungsverhandlung zu zwei Jahren und vier Monaten Jugendstrafe verurteilt.

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Der verurteilte ehemalige AfD-Schatzmeister Lennard R., hier mit seinem Verteidiger Mirko Oestreich beim Prozess 2014 in Göttingen.

Quelle: Heller

Göttingen/Hannover. R. ist der 16-fachen Untreue gegenüber seiner Partei, in vier weiteren Fällen des Betruges sowie des Fahrens ohne Fahrerlaubnis schuldig. Mehr als 5000 Euro soll der ehemalige AfD-Schatzmeister aus der Parteikasse genommen und binnen weniger Monate verjubelt haben. In die Strafe wurden vier vorangegangene Verurteilungen des Amtsgerichtes Göttingen einbezogen.

Der junge Göttinger beschäftigt die Justiz seit Jahren. Er stand schon unter Bewährung, als der Kreisverband der Alternative für Deutschland (AfD) ihn in den Kreisvorstand wählte. Im Frühjahr 2013 soll er dort viele Male zugegriffen und Geld für sich verbraucht haben. Im August 2013 flog er aus der Partei.

Dass er überhaupt eine tragende Rolle spielen konnte, verwunderte schon damals. Fotos, die ihn auf einem Fahrrad mit Hitlergruß zeigten, kursierten s chon bald. Seine Betrügereien waren den Parteikollegen offenbar noch nicht bekannt. Er hatte nicht nur betrügerisch Waren im Internet bestellt, sondern auch den Verein Terra Kunst und Medien e. V. erfunden, um als dessen Repräsentant anzugeben. Er fälschte Empfehlungsschreiben eines Autohauses, um damit in einem Göttinger Hotel als Gast des Autohändlers durchzugehen, dem man „auch Sonderwünsche erfüllen“ möge.

Wünsche spezieller Art erfüllte er sich selbst, als er mit der gestohlenen Kreditkarte des Chefs des Freundes in einem Nachtclub in Basel die Dienste der dortigen Damen für 1227 Euro genoss. Maßgeschneiderte Sakkos zu 1400 Euro oder geliehene Edelautos, die er nie bezahlte und die er ohne Führerschein fuhr, gehören zu den weiteren Sünden des jungen Hochstaplers.

Bereits im April dieses Jahres war R. in Hameln, wo er seine Vorstrafen absitzt, vom Jugendrichter zu zwei Jahren und vier Monaten Jugendhaft verurteilt worden. Der Staatsanwaltschaft war diese Strafe nicht hoch genug. Sie ging in Berufung.

Im Landgericht Hannover, so Sprecher Stephan Loheit, sei die Höhe der Strafe jedoch jetzt bestätigt worden. Die Strafverfolgungsbehörde hatte zuvor zwei Jahre und acht Monate beantragt. Weil der Angeklagte aber versichert habe, dass er von der Haft beeindruckt sei und nun eine Ausbildung machen wolle, blieb es beim ursprünglichen Strafmaß von 28 Monaten Jugendgefängnis.

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