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Frühjahrskonzert geflügelter Sänger

Natur Frühjahrskonzert geflügelter Sänger

Noch vor dem Sonnenaufgang beginnen viele Vögel ihr Konzert. Die Frühjahrssonne weckt die Paarungsinstinkte – der Gesang ist hauptsächlich Kampf um Revier und Weibchen. Auch steigt die Zahl der Musikanten um jene Arten, die es während der kalten Monate gen Süden verschlagen hat.

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Trocknet seine Flügel: Vor der Kulisse des Seeburger Lutterangers befreit ein Kormoran sein Gefieder vom kühlen Nass.

Quelle: Lange

So vielfältig ist das allmorgendliche Konzert, dass es in Buchstaben kaum beschreibbar ist, welcher Gesang welcher Spezies zuzuordnen ist. „Sogar die Fachliteratur tut sich auf diesem Gebiet schwer“, fasst Holger Belz von der Heinz-Sielmann-Stiftung die Problematik in Worte. „Wie wie wie lieb hab ich Dich“ umschrieben manche Lexika die Intonation der Goldammer.

Einfacher hingegen ist das bei Vögeln wie Kuckuck und Zilpzalp, denen ihr typisches Geräusch den Namen gegeben hat. Diese lautmalerische Namensgebung nennt man Onomatopoesie. Auch weniger schwierig zu beschreiben ist das ratternde Geräusch der Elster oder das Krächzen von Raben. Solche Tiere, die aus dem Süden wiederkehren, zeigen oft interessante Variationen. Stare etwa ergänzen ihr Repertoire – gern auch mit aufgeschnappten Geräuschen von der Türklingel bis zu Klingeltönen von Handys. Auch hat man beobachtet, dass Vögel in städtischen Gebieten ihren Gesang der lauteren Umgebung anpassen. Manche werden lauter. Manche singen höher. Nachweislich habenRotkehlchen in Ortschaften ihr Morgenkonzert vorverlagert in eine Zeit, bevor der Straßenverkehr an Lautstärken zunimmt.

Überhaupt sei das Rotkehlchen ein interessanter Fall, merkt Belz an. Bei ihnen gebe jahrzeitlich bedingte Verschiebungen: Die Exemplare, die im Sommer in der Region anzutreffen seien, würden teilweise im Winter in Richtung Süden ziehen. Dafür rückten in der kalten Jahreszeit Rotkehlchen aus nördlicheren Gebieten nach. Ob sie hier überwinterten oder bloß Zwischenstation machten, sei noch nicht erwiesen. Änderungen in Flugzeiten und Flugrouten von Zugvögeln gebe es immer wieder – möglicherweise bedingt durch den Klimawandel.

                                                                                                                                  Von Matthias Moneke

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