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Führen Gottes Wege nach Weende?

Wochenend-Kolumne Führen Gottes Wege nach Weende?

Sieht man von den Katastrophenmeldungen ab, gab's fast nur gute Nachrichten. Zumindest in Göttingen.

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Göttingen. Wunderbare Nachrichten in dieser Woche: Die Tageblatt-Weihnachtshilfe "Keiner soll einsam sein" hat mehr als 80.000 Euro an Spenden bekommen, während des Neujahrsempfangs der Stadt Göttingen hat es nach eingehenden Sicherheitskontrollen keine Anschläge oder auch nur nennenswerte Störungen gegeben, und im Krankenhaus Weende ist einem der beiden "Wildecker Herzbuben ein Stein von der Niere gefallen. Nun wird der Mann die Stadt wohl bald verlassen können. Harry Rowohlt hätte vermutlich als Abschiedsgruß hinterhergerufen: "Vielen Dank, schönen Gruß, allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser im Bidet." So war er, der große Brummbär, der Sprachtitan aus Hamburg, der so furchtbar fehlt. Immer für eine besondere Formulierung gut.

Kleine Werbeeinblendung: Zwei herrliche Bände mit Briefen von Harry Rowohlt waren bereits zu dessen Lebzeiten erschienen. Unter dem Titel „Und tschüs. Nicht weggeschmissene Briefe III“ ist Ende 2016 auch der dritte Band veröffentlicht worden. Clever, sonst wär' die Trilogie irgendwie unvollständig. Wer Rowohlts eigene Texte und Textchen liest, gerät als Schreiber leicht in Versuchung, sofort den eigenen Füllhalter zu verbrennen und die Tastatur zu entsorgen. Kaufen, lesen, daran erfreuen. Ende der Verbraucherinformation.

Wo war ich doch gleich? Gute Nachrichten. Die Sicherheitskontrollen haben nicht nur für Sicherheit bei der Neujahrsgesellschaft der Stadt gesorgt, sondern auch für Platz. Anders als in den Vorjahren war an Luft- und Getränkeholen nicht nur zu denken, beides war auch zu bekommen. Vielleicht lässt sich die Grundidee auf die Parkplatzsuche in der Göttinger Innenstadt ausweiten. Liebe Verwaltung, geht da 'was? Die einen dürfen kontrollieren, dafür bekommen die Kontrollierten Platz und eine Tasse Tee. Deal?

Unschlüssig allerdings bin ich noch, wie ich das Zitat vom "Wildecker Herzbuben" Wolfgang Schwalm werten soll: "Die Wege nach Weende waren lang, doch der liebe Gott hat geholfen, mich in das Evangelische Krankenhaus zu führen. Alles hat bestens funktioniert." Solche Sätze, veröffentlicht am Tag der Heiligen Drei Könige, lassen mich skeptisch werden. Sind hier eine Krankenakte und eine alte Bibelgeschichte auf dem Weg, neuer Filmplot und Blockbuster zu werden? Kommt Herr Schwalm Ende Oktober zur Nachuntersuchung mit 95 neuen Sätzen zurück? Bevor's mich endgültig aus der Kurve trägt: Schönes Wochenende.

Christoph Oppermann

c.oppermann@goettinger-tageblatt.de

Twitter: @tooppermann

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Von Redakteur Christoph Oppermann