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Führung über das Muna-Gelände in Lenglern

Reise in die Vergangenheit Führung über das Muna-Gelände in Lenglern

Einen Gang in die Geschichte Lenglerns hat Thomas Meier beim „Spaziergang durch die Lieth“ unternommen. Er führte interessierte Bürger in den „furchtbarsten und schrecklichsten Bereich“. Die Geschichte der Muna Lenglern, der Luftmunitionsanstalt im Zweiten Weltkrieg, ließ Meier auf seiner Führung für rund 50 Zuhörer lebendig werden.

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Rundgang über das Gelände der ehemaligen Munitionsfabrik Lenglen: Thomas Meier erklärt rund 50 Gästen die Geschichte der Muna.

Quelle: Lawrenz

Lenglern. Vor 80 Jahren habe alles seinen Anfang genommen. Damals verhandelte eine „fiskalische Behörde“ den Verkauf  von Wald und Ackerland mit der Realgemeinde. Viele Bauern seien damals verschuldet gewesen. „Von heute auf morgen waren sie schuldenfrei“, beschreibt Meier die Wirkung des Verkaufs vor dem Zweiten Weltkrieg.

Auf diesem Grund und Boden der Muna wurden Bunker gebaut – für die Lagerung von Bomben. 105 von 120 seien fertig geworden. In  Arbeitshäusern wohnten die Frauen, die als Arbeiterinnen eingesetzt wurden. Sieben Häuser seien es gewesen, sagt Meier. Auf dem Saal im Gasthaus Fricke sei deren Nachwuchs groß geworden. 

Dann wurde ein Kindergarten gebaut – Meier zeigt auch ihn  während des Rundgangs. Er weiß auch, in welchem Haus die „schwarze Wache“, die Menschen vom Sicherheitsdienst, wohnten. Diesen Dienst hätten in der Regel ältere Männer aus der Ortschaft versehen. Dass in Lenglern entgegen der Versailler Verträge tatkräftig aufgerüstet wurde, habe Hitler strikt verneint, erzählt Meier.

„Alles, was ich weiß, habe ich vom Bruno Lütje“, sagt er. Der im vergangenen Jahr gestorbene Polizist sei auch Ortsheimatpfleger gewesen. Und Meier weiß: Holz vom Muna-Gelände sei heute „fast nicht verkäuflich“. Durch Sprengungen und Explosionen sei es zu sehr mit Splittern durchsetzt. Einen „umgelegten“ Baum will er noch zeigen. Ein großes Betonstück von einer Sprengung hat sich in dem Stamm festgesetzt. Meier kann sich vorstellen, den Stamm als Mahnmal für das Unrecht im Zweiten Weltkrieg aufzustellen. Angedacht sei solch ein Projekt bereits. Platz könnte eine Ausgleichsfläche für den A7-Ausbau bieten.

Von Ute Lawrenz

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