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Fünf Junge auf Kreishaus

Waschbären Fünf Junge auf Kreishaus

Hausmeister Winfried Lüer hat sich ein wenig gewundert, als Kollege Jörg Schnell gestern Morgen kurz vor 6 Uhr im Kreishaus an der Reinhäuser Landstraße zum Dienst antrat. „Der Kollege schaute die ganze Zeit nach oben“. Grund: Eine sechsköpfige Waschbärenfamilie, die sich auf dem Dach festgesetzt hatte.

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Vier Waschbärjunge in einer Kiste: Die Tiere werden zunächst beim Nabu aufgepäppelt, dann ausgewildert.

Quelle: Mischke

„Was tun“, fragte sich Lüer und rief bei der Göttinger Berufsfeuerwehr an. Die schickte zunächst einen Einsatzwagen und zwei Kollegen. Zwei der Waschbären-Babys, die auf dem Vordach greifbar waren, konnten die Männer fangen. Eines schleppte die Mutter am Genick davon, zwei weitere turnten in luftiger – und damit unerreichbarer – Höhe auf einem regennassen und rutschigen Glasdach herum. „Mutter und Kind flüchtig“ funkte die Feuerwehr um 6.15 Uhr. Eine Drehleiter musste her, um die beiden Tiere dingfest zu machen. Das Quartett wurde dann in die Nabu-Wildtierstation gebracht. Warum werden die Waschbären gefangen? „Zum Schutz der Tiere“, so Feuerwehrsprecher Frank Gloth.

Die Waschbären-Mutter hat das fünfte Junge vermutlich in einen Garten in der Nachbarschaft geschleppt. Danach machte sie sich auf die Suche nach den Geschwistern. „Sie hat sich hier noch ein paar mal blicken lassen“, sagt Lüer, – unter anderem auf dem Dach des Kreishauses.

Die vier Jung-Waschbären sollen wieder ausgewildert werden. Dazu muss das Kreisveterinäramt seine Zustimmung geben. Wie Uwe Zinke von der Nabu-Wildtier-Pflegestation gestern gegenüber dem Tageblatt erklärte, seinen die Tiere „gerade von der Muttermich weg“ und nicht mehr auf die Eltern angewiesen. Zu der Mutter, die offenbar mitten in der Stadt lebt, sollen sie nicht wieder zurück gebracht werden. Ein paar Tage werden sie noch von Zinke mit Hundewelpenmilch und gemischtem Hundefutter aufgepäppelt. Dann sollen sie in die Natur gebracht werden.

bib

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