Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Für Freunde grober Technik: die Göttinger Abwassertage

Untrennbar verschweißt Für Freunde grober Technik: die Göttinger Abwassertage

An dieser Veranstaltung hätte jeder Tunnel- oder Eisenbahningenieur des späten 19. Jahrhunderts seine helle Freude gehabt: Der Göttinger Abwassertag in der Stadthalle präsentierte grobe, aber präzise, zuverlässige und hoffentlich langlebige Großröhrentechnik.

Voriger Artikel
Neue Pflanzenabfallverordnung in Göttingen langjährige Praxis
Nächster Artikel
Gothaer Haus in Göttingen: Abriss für den Sägezahn?

Uwe Schütze von Rehau mag Polypropylen.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Aber im Gegensatz zu den damaligen Konstruktionen aus Stahl und Eisen dominierte hier Plastik. Pardon – Polypropylen. Denn darauf legen die Anbieter der verschiedenen Kanal- oder Kanalreparatursysteme großen Wert. „Polypropylen“, sagt Uwe Schütze von der Firma Rehau aus Bochum, „verträgt sehr hohe Temperaturen und auch große dynamische Lasten.“ Das sei auch mit Blick auf den immer stärkeren Lastwagenverkehr notwendig. Rehau stellt unter anderem Rohre samt Zubehör für ein Schachtsystem her, deren Lebensdauer sich möglichst über mehr als nur ein paar Jahrzehnte bemessen soll.

Geht doch mal etwas schief oder müssen unterschiedliche Rohrsysteme zusammengefügt werden, steht die Technik der Funke-Gruppe bereit. Die hat eine intelligente Kupplung für Rohre mit unterschiedlichen Durchmessern entwickelt. Die Rohre werden einfach aneinandergesetzt, die mit Schellen und einer Gummimanschette bestückten Kupplungen werden mit einer Bohrmaschine drehmomentgerecht befestigt. „Das Gummi“, sagt Funke-Mann Markus Leppelmann, „ist öl- und alterungsbeständig.“ Auch sie sollen jahrzehntelang halten – auch in schwierigen Böden.

Intelligent ist auch die T-Stück-Technik der Firmen Friatec und Plasson, deren Produkte sich nur unwesentlich unterscheiden. Das Problem: Auf ein Abwasserrohr muss ein neuer Hauseinschluss gesetzt werden. Die Lösung: ein Rohraufsatz mit einer Grundplatte mit der gleichen Rundung wie das Hauptrohr. In die Grundplatte eingelassen ist eine Drahtschleife, die unter Strom gesetzt wird. Die Platte und das Rohr werden durch die Hitze „untrennbar verschweißt“, sagt Günter Riedner von Friatec. Der Hausanschluss könne damit in einer knappen Viertelstunde hergestellt werden – ohne Ausschachtung. Erfunden wurde die Technik übrigens in Göttingen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Der Wochenrückblick vom 3. bis 9. Dezember 2016