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Für Katastrophe gewappnet

Krisenmanagement Für Katastrophe gewappnet

Wenn morgen ein Schnee-Chaos über Göttingen fegt, Straßen blockiert sind, der Strom ausfällt und viele Menschen festsitzen, sind die Krisenmanager von Stadt und Landkreis vorbereitet. Zum ersten Mal haben ihre Stäbe für den Katastrophenfall gemeinsam und zwei Tage durchgehend den Ernstfall geprobt.

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Nach der Theorie folgt die Praxis: Bei der Rettungsübung wird der Ernstfall geprobt.

Quelle: Hinzmann

Fazit: ein großes Lob von Experten der Bundes-Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ).

Nach diesem Winter scheint das Katastrophen-Szenario für die Übung sehr real: Von Norden her fegt überraschend schnell eine Schneefront über Mitteldeutschland. In wenigen Stunden wächst die Schicht auf eineinhalb Meter. Züge stehen still, die meisten Straßen sind blockiert, ein schwerer Unfall auf der Autobahn, ein Notfall in einem dörflichen Altenheim, und mehr als 300 Kinder aus dem Landkreis sitzen in Göttinger Schulen fest.

Wenn das passiert, müssen die Katastrophen-Stäbe schnell reagieren. Landkreis und Stadt Göttingen haben jeweils zwei Stäbe mit je 20 Funktionsträgern. In jedem sind Vertreter der Verwaltung und Rettungsverbände. Weil Stadt und Kreis faktisch zwei getrennte Kommunal- und Verwaltungseinheiten seien, gebe es getrennte Stäbe, erklärt Göttingens Feuerwehrdezernent Hans-Peter Suermann. Zwei Stäbe auf beiden Seiten seien nötig, um sich bei länger anhaltenden Katastrophen rund um die Uhr abwechseln zu können, ergänzt seine Kollegin auf Kreisseite, Christel Wemheuer.

Genau das sei eine der zentralen und erstmaligen Ziele dieser Übung mit etwa 100 Beteiligten gewesen, erklärten die Übungsleiter Klaus Wosnitza (Kreisverwaltung) und Jörg Kortebröcker (Berufsfeuerwehr): Wie gut können die Stäbe bei einem Schichtwechsel alle erforderlichen Informationen weiter geben? In der zweitägigen Übung seien die Stäbe außerdem ständig mit neuen Problemen konfrontiert worden, die ihr Management-Talent im Zusammenspiel mit den Hilfsorganisationen erforderte. Sehr positiv überrascht habe sie der Umgang der Stabsmitglieder untereinander, bilanziert Nicole Bernstein von der AKNZ nach der gespielten Katastrophe. Sie hätten alle Probleme trotz der erheblichen Stresssituation „sehr sachlich“ abgearbeitet. Verbessert werden müssten im Katastrophen-Management von Stadt und Kreis „nur Kleinigkeiten“.

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Theorie und Praxis

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