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„Für neue Sporthalle gibt es keinen müden Euro“

Konjunkturpaket „Für neue Sporthalle gibt es keinen müden Euro“

Eile oder Weile? Wie und vor allem für was man sich Geld aus dem Konjunkturpaket II des Bundes sichern sollte, darüber ist jetzt im Finanzausschuss der Gemeinde Rosdorf hitzig diskutiert worden. Dabei wurde eines deutlich: Einen wirklichen Plan gibt es eigentlich nicht – genauso wenig wie eine neue Sporthalle.

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Konjunkturpaket: Die energetische Sanierung der Heinrich-Grupe-Schule steht ganz oben auf der Prioritätenliste.

Quelle: Theodoro da Silva

Gerhard Winter ist ein Kämpfer. Der Rosdorfer CDU-Politiker mit dem schneeweißen Haar wirbt seit Monaten vehement für eine Vereinsförderrichtlinie – ohne großen Erfolg. Er möchte eine Seniorenbegegnungsstätte etablieren – der Rat vertagte das Thema. Ihn aber ficht das alles nicht an. Gemäß Oliver Kahns Weisheit („Immer weitermachen“) beweist er einen für sein Alter eindrucksvollen langen Atem.

Jetzt aber könnte auch Gerhard Winters gerne ins Feld geführter Zweckoptimismus an seine Grenzen stoßen. Denn was die Spatzen in seinem Dunstkreis bereits von den Dächern gepfiffen hatten, bestätigte im Finanzausschuss jetzt auch Kämmerer Hans-Jürgen Böhm: Die Mittel für die Sportförderung sollten wohl „nur für energetische Maßnahmen“ gewährt werden, erklärte dieser. Gerhard Winter reagierte „not amused“ und schlussfolgerte „enttäuscht“: „Für die neue Sporthalle gibt es also keinen müden Euro. Das können wir vergessen.“

Nun ja, das Projekt neue Sporthalle wäre auch mit Geld aus dem Konjunkturpaket kein Selbstläufer geworden. Doch auch andere Vorhaben der Gemeinde, die mit der Finanzspritze des Bundes finanziert werden sollen, stehen in der Schwebe – so zum Beispiel der Umbau der Heinrich-Grupe-Schule zur Ganztagsschule oder die Einrichtung eines Horts an der Grundschule Dramfeld. Denn vorher müsse erst einmal geklärt werden, „welche Projekte in die Grundförderung fallen und welche aus den Fördertöpfen finanziert werden können“, regte Jörg Kunkel (SPD) an.

Jörg Winter (CDU) forderte von der Verwaltung „Berechnungen und Zahlenmaterial, das belastbar ist“ – und das zügig. Immerhin müsse man „viele Mittel abschöpfen, um viel für Rosdorf zu erreichen“. Auch Sören Steinberg mahnte, „schnell“ voranzuschreiten: „Wir haben Zeitdruck und brauchen mehr Zahlen.“ Daher müsse man sich Ende März nochmals treffen.

Kämpferherz geweckt

Auch Gerhard Winter wurde plötzlich wieder wach. „Wir haben keine Zeit mehr“, rief er aufgeregt in die Runde. Was war geschehen? Parteikollege Jörg Winter hatte lediglich gemutmaßt, dass ein Hallenneubau womöglich doch aus dem Sportfördertopf bezahlt werden könnte. Wie gesagt: eine Vermutung. Aber das Kämpferherz in Gerhard Winter war schon lange wieder geweckt.

Heinrich-Grupe-Schule sanieren

Die geforderten Zahlen zum Konjunkturpaket hat die Verwaltung jetzt im Bauausschuss vorgelegt. Der wollte sich angesichts des vorgelegten Tempos ebenfalls nicht lumpen lassen und empfahl eine erste Prioritätenliste. Danach stehen die energetische Sanierung der Heinrich-Grupe-Schule (HGS) und die Einrichtung eines Hortes – wahrscheinlich an der Grundschule Dramfeld – an erster Stelle. Die Sanierung der Turnhalle der Anne-Frank-Schule spaltet indes weiterhin die Lager.Die wird nun doch wieder thematisiert, nachdem der Sportausschuss diesem Unterfangen eigentlich schon abgeschworen hatte (Tageblatt berichtete). Doch wenn es tatsächlich kein Geld aus dem Konjunkturpaket für einen Sporthallen-Neubau geben sollte (wonach es zurzeit aussieht), werden sich die Politiker wohl nochmals zusammensetzen müssen.„Energieschleudern“Immerhin, so Christoph Sachse (SPD), müsse man „die Energieschleudern sanieren, das sind Investitionen“. Und falls es politischer Wille sei, sollte man doch auch die Turnhalle der Anne-Frank-Schule berücksichtigen, sagte Christian Frölich, beratendes Mitglied. Ein klares Votum gab der Bauausschuss hier indes nicht ab. Kurt Asch (SPD) und Bettina Briesemeister (Grüne) waren dafür, die Sanierung der Turnhalle (im Raum stehen 470000 Euro) mit in das Maßnahmenpaket aufzunehmen, Volker Hempfing (SPD) und Christian Baethe (CDU) dagegen. Christoph Sachse (SPD) enthielt sich.Eindeutiger fielen hingegen die anderen Entscheidungen aus. Jeweils einstimmig empfahl der Ausschuss die energetische Sanierung der Heinrich-Grupe-Schule (635000 Euro) und den Bau eines Hortes (140000 Euro).Weitere Maßnahmenvorschläge sind unter anderem: HGS (Umwandlung zur Ganztagsschule, ohne Kostenschätzung), energetische Sanierung der alten Schule in Obernjesa (55000 Euro), Neubau Sporthalle Rosdorf (2,5 Millionen Euro, derzeit wohl nicht förderfähig), energetische Sanierung der Rosdorfer Gebäude Am Plan 3 (Jugendzentrum), Am Plan 1 und des Gemeindezentrums (ohne Kostenschätzung).

Andreas Fuhrmann

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