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Für viele ein Sprung ins kalte Wasser

Erlebnis Turnfest Für viele ein Sprung ins kalte Wasser

Die Versorgung in den Schulen ist gesichert. Am Mittwoch sind die freiwilligen Helfer in Göttingen angekommen, die während des Turnfestes in den Übernachtungs-Schulen arbeiten werden. Sie alle sind FWDler, junge Menschen, die im Freiwilligendienst (FWD) tätig sind und in der Mehrheit ihr erstes Turnfest erleben.

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Spaß beim Aufbau: Die Volunteers beim Erlebnis Turnfest in Göttingen.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Mit schwerem Gepäck sind die meisten mit dem Zug angereist, nur wenige hatten sich für das Auto entschieden. Vom Bahnhof gab es einen Shuttle-Service zum Felix-Klein-Gymnasium (FKG), das in den nächsten Tagen komplett mit Volunteers belegt ist. Die erste Nacht verbrachten alle FWDler gemeinsam in der Sporthalle, die sonst die Heimat der BG 74 Veilchen Ladies in der 2. Damenbasketball-Bundesliga ist. Heute übernehmen die jungen Menschen, allesamt um die 20 Jahre alt, „ihre“ Schulen im Stadtgebiet.

1200 Volunteers 
im Einsatz

Freiwillige Helfer:.1200 Volunteers werden in Göttingen im Einsatz sein. Davon sind 700 allgemeine Volunteers, die in den unterschiedlichen Einsatzbereichen tätig sein werden. 300 Volunteers sind in den Schulen eingeteilt, davon sind 200 FWDler (Freiwilligendienst), die sich dort auch um die Frühstückversorgung der Schlafgäste kümmern, sowie 300 Wettkampfvolunteers.

Zu den Aufgabenfeldern gehören: Besucherservice, Bühnenprogramm, Erlebnis Akademie; Logistik/Geräte, Mitmachangebote, Presse und Öffentlichkeitsarbeit, Schulbetreuung, Transport/Fahrdienst, Show-Veranstaltungen, Volunteer-Management, Wettkämpfe. kal

„Wir glauben an Euch, dass Ihr das schafft. Wenn es Schwierigkeiten gibt, stellt Fragen“, sagte Wiebke Salland, Leiterin der Turnerjugend und für die Anfangsphase für den Volunteer-Empfang eingeteilt. Frank Meinertshagen, Geschäftsleitung Freiwilligendienste beim ASC 46 Göttingen, forderte die Helfer auf, Engagement und “manchmal bestimmt auch Leidenfähigkeit“ zu zeigen. „Seid spontan. Ihr wollt helfen und könnt dabei viel erleben.“

Nach der kurzen Begrüßung bildeten sich die Helferteams für die einzelnen Schulen. Sie hatten ein strammes Nachmittagsprogramm mit Hygieneschulung, einer Belehrung durch die Polizei und einer Fragestunde zu allen Dingen, die im entferntesten mit dem Turnfest zusammenhängen. Anschließend wurde ein gemeinsames Gruppenfoto gemacht, ehe es zum Abendessen ging. Die Versorgung im FKG hat die Vereinsgruppe des MTV Schoningen übernommen. Ehe alle auf den mitgebrachten Iso-Matten und Luftmatratzen zur Ruhe kommen konnten, haben sie bei einer Stadtrallye auch noch Göttingen kennengelernt. Jede Menge Einflüsse am ersten Tag.

Anlaufpunkt 
Volunteer-Center

Informationen, Hilfe und Rückzugsmöglichkeit:.Das Volunteer-Center in den Räumlichkeiten der Jahn-Halle (Bürgerstraße 36) haben die Verantwortlichen bereits am 15. Juni bezogen. Dort gibt es einen Aufenthaltsraum für die Helfer zum Ausruhen und Austausch mit anderen Volunteers.

Verpflegt werden die freiwilligen Helfer (gegen Vorlage der Essensmarken) im Felix-Klein-Gymnasium II und in der Stadiongaststätte im Jahnstadion. Bei der großen Danke-Veranstaltung am Montag, 27. Juni, zwischen 11 und 14 Uhr an der NDR1-Kultbühne am Jahnstadion sind die Helfer unter sich, dann haben alle anderen Teilnehmer Göttingen wieder verlassen. kal

Erstmals bedient sich der Niedersächsische Turnerbund bei der Rekrutierung der Helfer der FWDler. Diese müssen während ihres einjährigen Dienstes in einem Projekt mitarbeiten. „Alle springen ins kalte Wasser. Die Volunteers aber wir auch“, sagte Salland.

Eine Gruppe fiel unter den jungen Menschen auf: die Senioren des MTV Grone, die die Turnfest-Teilnehmer in der Geschwister-Scholl-Gesamtschule empfangen. „Mehr als 500 Frühstücksgäste werden Gundel Utermöhlen und ihre Mitstreiter dort versorgen. „Erst vor kurzem haben wir noch 180 dazu bekommen. Ich hoffe, wir bekommen noch ein paar von den jungen Leuten zur Unterstützung...“

Göttinger Schulen werden „Hotel Garni“

670 Personen in der Spitze:.So viele Sportler, Trainer und Begleitpersonen haben sich für eine oder mehrere Übernachtungen in der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule in Geismar für die Turnfesttage eingebucht. 19 Schulen im Stadtgebiet werden am ersten Wochenende der Sommerferien zum „Hotel Garni“.

Denn neben einem Dach über dem Kopf und sanitären Anlagen gibt es morgens ein Frühstück von dem von Zuhause mitgebrachten Geschirr. Turnfesttage sind eben keine Luxustage, bieten aber jede Menge Spaß. Ursprünglich waren 21 Schulen für Übernachtungen vorgesehen, zwei wurden jedoch gestrichen. Das Felix-Klein-Gymnasium beherbergt ausschließlich Volunteers. Insgesamt bleiben etwa 6000 Turnfest-Teilnehmer eine oder mehrere Nächte in Göttingen. kal

„Ich hoffe auf eine coole Zeit“

Göttingen. Ein erstes großes „Hallo“ gab es schon auf dem Parkplatz. Die FWDler kennen sich untereinander. Vor dem Einchecken im Felix-Klein-Gymnasium ging es noch kurz ins benachbarte Café Hemer. Ist ja auch eine lange Fahrt aus dem Emsland bis nach Südniedersachsen.

„Nicht gerade der Mittelpunkt Niedersachsens“, stellte einer der jungen Männer fest. Nach der ersten Stärkung mussten sich die Ankömmlinge anstellen, es herrschte Andrang im Foyer des Gymnasiums, das die letzten Schüler mit ihren Zeugnissen erst 90 Minuten zuvor verlassen hatten. Die Volunteers wurden registriert, es gab Essensmarken, Ausweise, Trinkflaschen und das Starter-Kit. „Ich schätze XL“, sagt Janna Bohnhorst und schaut ihren Gegenüber Alexander von oben bis unten an.

Leon Polke

Quelle: Hinzmann

„Ja, ich trag‘s gern locker“, sagt der Schlaks und macht vollbepackt dem Nächsten Platz. Bohnhorst gehört zum Team der hauptamtlichen Mitarbeiter des ASC 46 Göttingen, die im Freiwilligendienst als Referenten tätig sind und Seminare organisieren. „In den kommenden Tagen werde ich dann auch am Freiwilligendienst-Stand des ASC im Jahnstadion arbeiten“, sagt die 32-Jährige. 19 Jahre und Quartiermeister: Leon Polke aus Meppen übernimmt Verantwortung für die „Musikschule“ – das Theodor-Heuss-Gymnasium.

Paul Poseck

Quelle: Hinzmann

Von Bernd Knapen, zuständig beim Landesturnfest für die Schulunterkünfte, erhält der FSJler in einem Meppener Gymnasium ein Handy. „Da sind 15 Euro Startguthaben drauf. Das ist für Notfälle.“ Zur gehobenen Ausstattung des Turnfest-Neulings gehört auch eine Turnfest-Fahne und eine Mappe mit Informationen zu „seiner“ Schule. „Ich bin gespannt, für mich ist das der Abschluss meiner FSJ-Zeit.“ Auch für Paul Poseck sind es die letzten Einsatztage als FSJler.

„Den Kirchentag kenne ich, ein Turnfest nicht“, sagt der Emsländer. Er ist ohne bestimmte Erwartungen nach Göttingen gekommen. „Ich denke, es wird ein bisschen anstrengend, dieser Hausmeister-Job. Wir müssen ja auch früh aufstehen. Ich hoffe auf eine coole Zeit.“ Bei Temperaturen jenseits der 30 Grad ist ihm das zu wünschen. kal

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