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Fulda-Altarm droht Verlandung

Gegenkonzept Fulda-Altarm droht Verlandung

Die Försterfulda, ein Altarm der Fulda in der Nähe des Hann. Mündener Ortsteils Bonaforth, droht zu verlanden. Mögliche Maßnahmen, um das zu verhindern, haben zwei Studenten, Valentin Otto (25) und Franziska Thöne (24), im Rahmen eines Projekts beim Witzenhäuser Professor Ulrich Braukmann (Gewässerökologie/Gewässerentwicklung) erarbeitet. Die Anregung dazu gab Mündens ehrenamtlicher Umweltbeauftragter Lothar Serwaty.

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Im Wasser treiben Baumstämme: Die Försterfulda liegt unterhalb der Bundesstraße 3.

Quelle: MIC

Früher mäanderten Deutschlands Flüsse. Sie wechselten häufig ihren Verlauf. Dann wurden sie begradigt und ausgebaut. So geschah das auch um 1900 entlang der Fulda. Die Försterfulda, die etwa 13,2 Hektar groß ist, verlor im oberen Bereich ihren Anschluss an den Fluss. Nur noch im unteren Bereich existiert eine Verbindung, die allerdings mit den Jahren immer schmaler geworden ist. Der Fischbestand ging zurück. Die Zeiten, wo man dort noch Hechte fangen konnte, sind vorbei.

Die Angler haben zwar immer wieder Äste aus dem Wasser gezogen. Doch das Laub viel ungehindert in die Försterfulda. Die Zersetzung senkt den Sauerstoffgehalt. Im oberen, bereits stark verlandeten Bereich gibt es fast nur noch Wassertiere, die Luft atmen. Auch der Phosphatgehalt ist hoch. Würden die Bäume, die den Altarm beschatten, gefällt, käme es zu einer Algenblüte. Eine weitere Herausforderung: Von der nahen Bundesstraße 3 fließt gelöstes Streusalz in das Biotop.

Bleibt die Natur sich selbst überlassen, so entsteht im Bereich der Försterfulda Wald und Wiese, erwarten die beiden Studenten. Sie machen darauf aufmerksam, dass es in Deutschland kaum noch Nebenarme von Flüssen gibt. Insofern lohne sich der Erhalt in Bonaforth. Eine erste Maßnahme dazu wurde bereits unternommen. 2009 entstand im oberen Bereich, wo die Försterfulda einst mit dem Fluss verbunden war, eine Flutmulde. Sie läuft bei Hochwasser voll und ergießt sich dann in den Altarm. Die Studenten regen an, diesen Bereich weiter zu öffnen. Alternativ ließe sich die Öffnung zum Fluss im unteren Bereich ausweiten und der Altarm entschlammen.

Bei der Diskussion der Vorschläge im Umweltausschuss zeigte sich, dass es viele offene Fragen gibt. So ist ein Wasserkraftwerk geplant, durch das die Fulda im genannten Bereich um 30 Zentimeter aufgestaut würde.

In der Försterfulda könnten noch Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg liegen. Zudem ist der Bereich des Nebenarms in viele kleine Grundstücke parzelliert, deren Eigentümer erst einmal mühsam ermittelt werden müssten. Zudem ist unklar, wer die Kosten übernehmen soll.

Von Michael Caspar

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