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GPS-Transponder zur Ortung von gestohlenem Holz

Kleine Sender schrecken Holzdiebe ab GPS-Transponder zur Ortung von gestohlenem Holz

Fertiges Brennholz, das in kleine Stücke gesägt an Waldwegen lagert, animiert so manchen Dieb zum Brennholzklau. Derartige Fälle gibt es in Südniedersachsen immer wieder. Die Forstämter versuchen sich mit kleinen Transpondern zu schützen.

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Die Forstämter versuchen sich mit kleinen Transpondern gegen Holzklau zu schützen.

Göttingen / Hann. Münden / Osterode. Allerdings sei der Holzklau kein so großes Thema, als dass dadurch ein großer wirtschaftlicher Schaden entstehen würde, erklärt Ulrich Dube, Verwaltungsdezernent des Forstamtes Münden über sein Revier. Trotzdem komme es immer wieder zu Holzdiebstählen.

Klassische Holzdiebe seien vor allem Fuhrunternehmer, die im Wald ihren Lkw mit Brennholz beladen und ohne zu zahlen davon fahren würden. Auch der „kleine Mann mit seinem Klaufix“, der seinen Anhänger mit Brennholz belade, ist laut Dube ein typischer Holzdieb.

Um illegale Holztransporte aufzudecken, setzt das Forstamt Münden seit einigen Jahren GPS-Sender ein. Dazu werden Transponder im Holz eingesetzt und versteckt. Wird das Holz bewegt, sendet das Gerät eine Nachricht an den Revierleiter, der das Holz per Satellit orten kann.

 Bruchholz darf inzwischen gar nicht mehr aus dem Wald mitgenommen werden, gleiches gilt für das sogenannte Leseholz. Die Biomasse soll im natürlichen Kreislauf belassen werden und im Wald bleiben, erklärt Dube.

Das ist auch im Göttinger Stadtwald so, in dem vor allem der Aspekt vom Erholungswald laut Stadtwald-Leiter Martin Lewin eine große Rolle spielt. Der Göttinger Wald sei in großen Teilen Naturschutzgebiet, und Besucher müssten auf den gekennzeichneten Wegen bleiben. Wenn Holz aus dem Stadtwald verkauft wird, wird sichergestellt, dass es nicht lange an den Wegen gelagert wird. Es werde nur wenig Holz geklaut: „Wir haben im Stadtwald Glück gehabt“, erklärt Lewin.

Zwei Fälle von Langholzdiebstahl ereigneten sich diesen Winter in den Gebieten der Forstämter Clausthal und Lauterberg. In Clausthal wurden 20 Kubikmeter Fichtenstammholz im Wert von 2 000 Euro gestohlen, wie Michael Rudolph, Pressesprecher der Niedersächsischen Landesforsten für Süd-Niedersachsen, erklärt.

Der Schaden gehe zu Lasten des Kunden, einem Sägewerk. Im Forstamt Lauterberg, zwischen Braunlage und Wieda, kannte sich ein Dieb bestens mit Holz aus: Bevor er seinen Lkw belud, sortierte er noch die Stämme schlechterer Qualität aus. Den Schaden von 1 600 Euro trägt das Forstamt.

Ein weiterer Fall von Holzklau ereignete sich in Kalefeld. Dort hatten nach Angaben der Polizei Northeim / Osterode Unbekannte von einer Wiese fünf Meter Buchenbrennholz im Wert von 350 Euro und zwei Sägeböcke gestohlen.

„Im Vergleich zu früheren Jahren ist es jetzt ruhiger geworden“, sagt Rudolph. Das könnte an den Transpondern liegen. Auch im Harz werden die Geräte in das Holz eingebaut, um gestohlene Stämme orten zu können und Diebe abzuschrecken. Die Zahl der Transponder soll jetzt erhöht und verstärkt Kontrollfahrten unternommen werden, erklärt Rudolph. Außerdem werde an Holzkäufer appelliert, das gekaufte Holz zügig abzuholen.

Sammeln im Wald nur in Maßen erlaubt

Kräuter, Pilze, Beeren oder Nüsse - der Wald bietet Einiges, was Sammlerherzen höher schlagen lässt. In Maßen ist das Sammeln von Waldfrüchten auch erlaubt. Problematisch wird es, wenn der Streifzug durch den Wald gewerblich wird.

„Für den häuslichen Bedarf ist das Sammeln erlaubt“, sagt Ulrich Dube vom Forstamt Münden. Doch wenn der Pilzkorb voll sei, sei Schluss. Gleiches gelte auch für Kräuter: Ein kleiner Strauß für Zuhause sei kein Problem. Was in welchen Mengen gesammelt werden darf, regelt das Bundesnaturschutzgesetz.

Geringe Mengen für den persönlich Bedarf könnten pfleglich entnommen werden, heißt es dort. Wer gewerblich sammeln möchte, benötigt eine entsprechende Erlaubnis - sowohl vom Forstamt als auch von der Naturschutzbehörde. Letztgenannte stellt fest, ob das Sammelobjekt keine Seltenheit ist.

Im Göttinger Stadtwald regeln die Bodenverhältnisse, dass der Wald nicht leer gesammelt wird. „Die klassischen Pilze, die gesucht werden, brauchen sauren Boden, und den gibt es nicht im Stadtwald“, erklärt Martin Lewin vom Göttinger Stadtwald. Die Speisemorchel und der Semmelstoppelpilz würden besonders gut wachsen, aber von den meisten Pilzsammlern stehen gelassen.

Auf die Idee, ohne Erlaubnis einen Tannenbaum im heimischen Wald zu fällen, kommen nicht viele. Vor allem nicht in Göttingen, da im Stadtwald laut Lewin so gut wie kein Nadelholz vorkommt. Ähnliches gilt für Münden: „Wer bei uns in den Wald kommt, muss lange suchen“, sagt Dube über den geringen Nadelholzbestand.

Außerdem gebe es in Münden keine Weihnachtsbaumkulturen. Die Bäume würden auch nicht den klassischen Nordmanntannen entsprechen, die besonders gezüchtet und gedüngt werden. Auch Michael Rudolph von den Niedersächsischen Landesforsten sind keine Fälle von Weihnachtsbaumklau in Südniedersachsen bekannt.

Von Katrin Westphal

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