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GSO weckt Berlepsch aus Dornröschenschlaf

Fest auf Schloss Berlepsch GSO weckt Berlepsch aus Dornröschenschlaf

Es waren nicht alles Rosendornen, die der junge Graf niederhauen musste. Eschenschösslinge und junge Birken, Brennesseln und Gestrüpp in unvorstellbaren Mengen wurden in den letzten Wochen rund um das verwunschene Schloss Berlepsch gerodet.

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Rundherum freigeschnitten: Schloss Berlepsch zwischen Mollenfelde und Gertenbach ist bald wieder öffentlich zu besuchen.

Quelle: Pförtner

Jetzt ist das 650 Jahre alte Kleinod an der Grenze zwischen Niedersachsen und Hessen aus dem Dornröschenschlaf erwacht – freigeschnitten gewissermaßen.
Den erweckenden Kuss soll nicht der Graf selber, sondern das Göttinger Symphonie-Orchester (GSO) geben. Am 11. September wird Schloss Berlepsch südlich von Mollenfelde nach 30 Jahren Dornröschenschlaf unter freiem Himmel von der Muse geküsst.

Geplant sind die ersten Berlepscher Festtage. Ritter-Tafeleyen im spätmittelalterlichen Schlossgewölbe, ein klassisches Freiluft-Konzert sowie Führungen und mittelalterliche Marktstände am Tag des offenen Dankmals stehen auf dem dreitätigen Programm vom 10. bis 12. September. Erstmals seit Jahrzehnten wird dann nicht nur das Schloss Besuchern geöffnet, sondern auch der alte Schlosspark mit seinen stattlichen alten Bäumen.

Drei Wochen wurden Park und Umfeld freigeschnitten und teils gerodet. 30 Freiwillige von Feuerwehr und Reservistenkameradschaft halfen mit, das wuchernde Grün im Park und rund ums Pastorenhaus (der Hof im Tal vor dem Schloss) zu bändigen. Selbst über die Wiederherstellung der einstigen englischen Gartenlandschaft denken Graf Fabian von Berlepsch und Cousine Sitta von Dassel inzwischen nach.

Vorerst aber geht es um eine Initialzündung, Berlepsch wieder für den Publikumsverkehr zu öffnen. Vor 30 Jahren schloss das Café die Pforten, seither gab es nur noch einzelne, meist geschlossene Veranstaltungen.

Dass der Auftakt mit dem GSO gleich symphonisch ausfällt, ist auch den beiden Landräten von Göttinger und Werra-Meißner-Kreis zu verdanken. Reinhard Schermann (CDU) und Stefan Reuß (SPD) ließen sich vom ungestümen Charme des jungen Grafen überzeugen, helfen finanziell und durch Vermittlung der beiden Sparkassen ihrer Kreise als Sponsoren. Eon Mitte und Kieswerke Oppermann helfen finanziell ebenfalls mit.

Und so ist es möglich, am 11. September nicht nur das GSO, sondern auch den Ausnahme-Trompeter Reinhold Friedrich zwischen den alten Schlossmauern zu hören. Mozarts C-dur-Symphonie, Trompetenstücke von Willy Brandt und Oscar Böhme sowie Schumanns vierte Symphonie, so Rainer Kallmann für das GSO, werden erklingen. Wenn früher auf Berlepsch Trompeten schallten, verteidigte die Festung derer zu Berlepsch Hessen gegen Niedersachsen. Jetzt, so der junge Graf, freue er sich, mitzuhelfen, die Verbindung von Hessen zu Niedersachsen zu festigen.

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