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Erste Präsidentin am Göttinger Landgericht

Göttingen Erste Präsidentin am Göttinger Landgericht

Als erste Frau in der 137-jährigen Geschichte des Göttinger Landgerichts hat Gabriele Immen im August das Amt der Präsidentin übernommen. In der Aula der Universität stellte sich die Juristin am Montag offiziell in Göttingen vor. Gleichzeitig wurde ihr Vorgänger Hans-Georg Haase verabschiedet.

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Hans-Georg Haase (von links), Ministerin Antje Niewisch-Lennartz, Gabriele Immen.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Die niedersächsische Jutizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne) nannte Immen in ihrer Ansprache eine „Präsidentin mit außerordentlicher Einsatzbereitschaft, vorzüglicher Fachkenntnis und herausragenden kommunikativen Fähigkeiten“. Gemeinsam habe man in der Vergangenheit im Ministerium viel bewegt. Immens Einsatz für das Gesetzgebungsvorhaben „Nein heiß nein“ zur Reform des Sexualstrafrechts hob die Ministerin exemplarisch hervor.

Die ersten Wochen ihrer Amtszeit seien sehr angenehm verlaufen, sagte Immen. Sie bedankte sich in erster Linie bei ihrem Vorgänger Haase für den „guten Geist“ in der Gerichten der Region. In den vergangenen Wochen habe sie einen knappen Satz immer wieder gehört, der bezeichnend sei für das, was Haase ihr hinterlassen habe: „Alles gut!“ Lobend erwähnte sie auch ihren Stellvertreter Michael Kalde. Er habe ihr die Ankunft in Göttinger sehr leicht gemacht. Sie freue sich auf die Zusammenarbeit, denn „keiner kann seine Ziele allein erreichen.“

Für Haase hat sich in der Aula ein Kreis geschlossen. „Vor 44 Jahren hat hier alles mit der Einschreibung an der Universität begonnen“, erzählte er. Jetzt ende für ihn an gleicher Stelle eine sehr bewegte Karriere, die für ihn viele Aufgaben bereitgehalten habe. Eigentlich habe er Amtsrichter werden wollen, sein Weg führte ihn dann aber an die Oberlandesgerichte Celle und Braunschweig und schließlich ins Präsidentenamt in seiner Heimatstadt Göttingen. „Besser hätte es für mich nicht laufen können“, resümierte er seine Laufbahn. Sein Abgang vom Rednerpult und aus dem Amt war am Montag von lang anhaltendem Applaus begleitet.

Der Präsident des Oberlandesgerichts Braunschweig Wolfgang Scheibel verabschiedete sich von Haase auf zwei Arten. Mit einem nicht ganz ernstgemeinten Dank für die Securenta-Akten, die jetzt in nächster Instanz auch in Braunschweig Regalwände zu füllen beginnen. Und er formulierte ein Kompliment, das wohl nur Juristen als solches verstehen: „Auch wenn Sie andere Aufgaben hatten, Sie sind immer Richter geblieben.“ Christine Rose vom Personalrat verabschiedete Haase mit Theodor Fontanes Worten: „Abschiedsworte müssen kurz sein wie Liebeserklärungen.“ „Danke!“

Info

Das Landgericht Göttingen ging 1852 aus dem Obergericht Göttingen hervor. Sein Sitz befand sich zunächst am Waageplatz, 1958 wurde ein neues Gerichtsgebäude an der Berliner Straße, 1992 ein moderner Anbau bezogen. Der Landgerichtsbezirk Göttingen umfasst die Amtsgerichte Göttingen, Duderstadt, Northeim, Hann. Münden, Osterode, Herzberg und Einbeck. Beim Landgericht Göttingen sind derzeit rund 80 Personen beschäftigt, davon ca. 35 im richterlichen Dienst.

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