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Gas, Wasser und Fernwärme für 130 000 Menschen

150 Jahre Stadtwerke Gas, Wasser und Fernwärme für 130 000 Menschen

Als „Göttinger Gasanstalt“ sollte sie zunächst nur für Licht auf Straßen sorgen. Das ist 150 Jahre her, und inzwischen versorgen die Göttinger Stadtwerke als Nachfolgegesellschaft etwa 130 000 Göttinger rund um die Uhr mit Heiz- und Kochgas, Trinkwasser und Fernwärme. Ihr 150-Jähriges feiert die AG in den kommenden Monaten mit vielen Aktionen und Info-Veranstaltungen. Das Programm stellt sie heute in einer Presserunde vor. Dabei wird sie auch ihren technischen Direktor Reinhard Kraft verabschieden.

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Stolze Energieversorger: Belegschaft der „Göttinger Gasanstalt“ im Jahr 1903.

Quelle: EF

„Leuchtgas“ statt Petroleumlampe – die Erzeugung und Lieferung von Gas vor 150 Jahren hat das Leben in der Stadt verändert: Gasherd statt qualmender Holzofen in der Küche, warmes Wasser auch im Bad und warme Stuben ohne nachfeuern zu müssen. Es dauert aber noch Jahrzehnte, bis tatsächlich alle Straßenzüge an das ständig wachsende Ferngasnetz angeschlossen werden können.

Bürgermeister Adolph Eberhardt hatte um 1859 den Bau einer Gasanstalt initiiert – über 30 Jahre nach Hannover, Celle, Stade und anderen Städten in Niedersachsen. Ihre erste Anlage zur Gaserzeugung baut die Stadt am Maschmühlenweg. Zunächst produziert sie ihr Gas selbst, erst 1963 stellt sie vollständig auf Ferngas um. Heute betreiben die Stadtwerke auch Fernwärmeanlagen in Neubaugebieten und zwei Erdgastankstellen.

  Wirtschaftsdaten
  Die Stadtwerke Göttingen AG hat etwa 150 Beschäftigte. Ihr Sitz ist in der Hildebrandstraße. Ihre Bilanzsumme bezifferte sie für 2009 mit 107,6 Millionen Euro, das Jahresergebnis betrug 7,6 Millionen Euro. An ihr Gasnetz waren 2009 mehr als 25 000 Zähler in mehr als 16 000 Häusern angeschlossen, Frischwasser liefert sie an mehr als 18 000 Anschlüsse. Hinzu kommen diverse Wohneinheiten, die mit Fernwärme versorgt werden. In ihren beiden Parkhäusern in der Hospitalstraße und am Groner Tor verwaltet sie etwa 940 Stellplätze.

Zunächst war die „Gasanstalt“ Teil der Stadtverwaltung. 1965 wird sie mit allen Versorgungsaktivitäten in einen „Eigenbetrieb Stadtwerke“ ausgegliedert. Der Betrieb wird 1984 in die Stadtwerke Göttingen AG überführt – zunächst im alleinigen Besitz der Kommune. 2002 verkauft sie 49,9 Prozent der Anteile, um ihren desolaten Haushalt zu sanieren.

Nur zwölf Jahre nach Gründung der „Gasanstalt“ beschließt der Rat der Stadt auch den Bau einer Wasserleitung zwischen der Reinsquelle und den offenen Brunnen der Innenstadt. Damit ebnet er den Weg für die allgemeine Trinkwasserversorgung in Göttingen und das zweite Standbein des Betriebes. Später kommen die Brunnen am Stegemühlenweg und eine große Wasserleitung aus dem Harz dazu. Um 1900 baut die Stadt außerdem ein eigenes Elektrizitätswerk, verkauft das Stromnetz 30 Jahre später aber an die EAM (heute Eon Mitte).

Weil zur Versorgung der Bevölkerung irgendwie auch der öffentliche Nahverkehr gehört, wird 1955 der städtische Kraftwagenbetrieb in die Stadtwerke integriert – der dritte große Betriebs- und Geschäftsbereich. Unter ihrer Regie wird 1998 das Busliniennetz fast vollständig umgestellt. Weil die neuen Miteigentümer der Stadtwerke aber auf Energieversorgung ausgerichtet sind, wird der Busbetrieb 2003 einem neuen und eigenständigen GmbH-Unternehmen übertragen: den Göttinger Verkehrsbetrieben (GöVB).

  Die Aktiengesellschaft
  Die Stadtwerke Göttingen AG ist eine Aktiengesellschaft. Die Mehrheitsanteile hält mit 50,1 Prozent die Stadt Göttingen. Weitere Anteilseigner sind die Eon Mitte (48,9 Prozent) und die Gelsenwasser AG (ein Prozent). Vorsitzender des Aufsichtsrates ist Göttingens Oberbürgermeister Wolfgang Meyer. Geführt wird der Betrieb von einem Doppelvorstand: Norbert Liekmeier (Vorsitzender) ist für die kaufmännische Entwicklung verantwortlich, Reinhard Kraft bisher für den technischen Bereich. Nach knapp 20 Jahren wird er heute in den Ruhestand verabschiedet. Sein Nachfolger ist Gerd Rappenecker. Die Stadtwerke sind außerdem alleinige Gesellschafter der ausgegliederten Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB).
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Verträge verlängert

Die Eon Mitte AG setzt ihre Zusammenarbeit mit dem Flecken Adelebsen, der Gemeinde Friedland, der Einheitsgemeinde Rosdorf und dem Flecken Nörten-Hardenberg für das Erdgas-Netz fort: Die Gasversorgungsnetze in den Kommunen auf einer Länge von 26 (Adelebsen), 19 (Friedland), 31 (Rosdorf) und 25 Kilometern (Nörten-Hardenberg) werden auch künftig von Eon Mitte bereitgestellt, betrieben und unterhalten, teilt das Unternehmen mit.

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