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Gast verhindert Enkeltrick in Göttingen

80-jähriger Göttingerin in letzter Minute etliche Tausend Euro gerettet Gast verhindert Enkeltrick in Göttingen

Ein aufmerksamer Gast eines griechischen Restaurants am Hagenberg hat am Donnerstagabend im letzten Moment eine 80 Jahre alte Rentnerin vor großem Verlust bewahrt. Die Frau stand kurz davor, einem Enkeltrick-Betrüger etliche Tausend Euro zu übergeben, bestätigt die Polizei.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Intuitiv warnte der 47-Jährige die Frau und gab der Polizei Hinweise auf mögliche Täter.Dem Wirt des Restaurants und auch dem Gast, der mit seiner Familie dort speiste, war die alte Dame bereits aufgefallen. Sie wartete offensichtlich schon mehr als eine Stunde auf jemanden und soll sehr nervös gewesen sein. Essen mochte sie nichts. Der 47-Jährige bat die Seniorin schließlich an den Tisch seiner Familie und kam mit ihr ins Gespräch. Mit sicherem Gespür sprach er sie letztlich darauf an, dass sie gewiss viel Geld bei sich habe. Er warnte sie eindringlich davor, dieses Fremden zu übergeben. „Das hat er wirklich richtig gut gemacht“, sagt Polizeisprecherin Jasmin Kaatz über das Vorgehen des Helfers, der danach gleich die Polizei rief.

Es stellte sich heraus, dass die 80-Jährige am Nachmittag angerufen worden war. Der Mann am Telefon gab sich als Enkel aus, der angeblich etwas ersteigert habe und dringend Bargeld benötige. Nur einen Tag wolle er sich die Summe von seiner Großmutter leihen. Die Frau ging darauf ein und zur Bank, holte sich das Geld und vereinbarte mit dem Anrufer den Treffpunkt im Restaurant. Dort sollte ein angeblicher Neffe für den falschen Enkel das Geld abholen.
Der 47-jährige Gast war zuvor schon beim Rauchen vor dem Lokal auf einen älteren Mercedes mit Göttinger Kennzeichen und vier Personen darin aufmerksam geworden. Einer der Männer war ausgestiegen und auf das Lokal zugegangen, im letzten Moment aber auffällig abgedreht. Mutmaßlich fühlte er sich nicht sicher. Der Gast notierte das Autokennzeichen, das er später der Polizei nennen konnte. Die ermittelt jetzt, ob Fahrzeug oder Halter bei ähnlichen Gaunereien schon einmal in Erscheinung getreten sind.

Enkeltrick-Betrügereien verhindert

Göttingen. In den vergangenen Wochen haben mehrfach Bankmitarbeiter Enkeltrick-Betrügereien verhindert. Göttingens Polizeipräsident Uwe Lührig sprach ihnen jetzt seine Anerkennung und Dank aus.

Die Trickbetrüger versuchen, per Telefon ältere und vorwiegend allein lebende Menschen zur Übergabe von Bargeld oder Schmuck zu überreden. In etwa sechs Prozent der bei der Polizeidirektion Göttingen registrierten Fälle gelingt dies auch. In den vergangenen Wochen jedoch waren Bankangestellte misstrauisch geworden, als Senioren größere Mengen Geld abheben wollten. Sie informierten die Polizei. Geldübergaben an Betrüger konnten so verhindert werden.

Polizeipräsident Lührig lobte die Bankmitarbeiter für ihren Einsatz: „Der Enkeltrick ist eine ganz besonders hinterhältige Form des Betrugs, der gerade die Gutmütigkeit von Senioren ausnutzt. Wir sind froh, wachsame Mitarbeiter von Banken und Sparkassen in unserer Stadt Göttingen zu haben, die durch ihr Verhalten verhinderten, dass ältere Menschen um ihr Erspartes gebracht wurden.“

Bankangestellte seien oft die Einzigen, die in diesen Situationen misstrauisch werden und eingreifen. Durch ihre Arbeitgeber erhalten sie immer wieder Schulungen und Informationen über betrügerische Handlungen.

Bislang verzeichnet die Polizei Göttingen im Jahr 2015 schon mehr Betrugsfälle in Form des sogenannten Enkeltricks als im gesamten Jahr 2014. 94 Prozent der angezeigten Fälle blieben im Versuch stecken – laut Lührig eine erfreuliche Bilanz. Dadurch ist allein in diesem Jahr innerhalb der Polizeidirektion Göttingen ein Schaden von mehr als 200000 Euro entstanden.

So versuchte erst im November ein Krimineller, eine 86-Jährige mit den Worten „Hallo, hier ist dein Lieblingsneffe!“ um eine große Summe Bargeld zu bringen. Angeblich brauchte er dies für einen anstehenden Autokauf. Die Frau glaubte ihm und ging zur Bank: Der Mitarbeiter dort wurde jedoch aufmerksam und informierte die Polizei. Das Vermögen der 86-Jährigen blieb so unangetastet. Eine Geldübergabe konnte verhindert werden.

Von Matthias Heinzel

Tipps der Polizei

Um Enkeltricks schon im Ansatz zu verhindern und Opfer zu betreuen, bietet die Polizei in Zusammenarbeit mit dem Weißen Ring und Opferhilfebüros Hilfe an. Die Tipps der Ermittler:
• Wenn sich jemand am Telefon nicht selbst mit Namen vorstellt, ist Misstrauen angebracht.
• Den Telefonhörer einfach auflegen, sobald der Gesprächspartner Geld fordert.
• Sich vergewissern, ob der Anrufer wirklich ein Verwandter ist. Die jeweilige Person unter der bisher bekannten und benutzten Nummer anrufen und sich den Sachverhalt bestätigen lassen.
• Keine Details zu familiären oder finanziellen Verhältnissen preisgeben.
• Niemals Geld oder Wertsachen unbekannten Personen übergeben.
• Sofort die Polizei über die Notrufnummer 110 über verdächtige Anrufe informieren.
• Mit Angehörigen oder Freunden mögliche Szenarien des Enkeltricks besprechen, um besser vorbereitet zu sein.
• Wer dennoch Opfer geworden ist, sollte sich an die Polizei wenden und Anzeige erstatten.

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