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Gedenkabend für Jesiden in Göttingen

Ein Jahr nach IS-Angriff Gedenkabend für Jesiden in Göttingen

Vor einem Jahr griffen Kämpfer des Islamischen Staates (IS) die Bevölkerung in dem auch von Jesiden bevölkerten Distrikt Shingal (auch Sindschar) im Nordirak an – Anlass für eine Gedenk-abend der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und des Zentrums der Jesiden in Göttingen am Montag, 3. August.

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Jesidische Flüchtlinge im Flüchtlings-Zeltlager in der Kurdenregion Dohuk im Nordirak (September 2014).

Quelle: dpa

Göttingen. Der Angriff des IS, sagt Azad Onal vom Zentrum der Jesiden, sei an Brutalität und Grausamkeit nicht zu überbieten gewesen: „Frauen, Männer, ältere Menschen, Kinder sowie Tiere wurden in Reih und Glied aufgestellt und massenweise exekutiert. Junge Menschen wurden regelrecht geschlachtet, mit den vom Körper abgetrennten Häuptern wurde Fußball gespielt.“ Frauen und Kinder seien mit Lastwagen zu unbekannten Orten abtransportiert worden: „Die Frauen wurden später, wie im früheren Mittelalter in Arabien, auf Märkten als Sex-Sklaven verkauft; die Kinder wurden in Trainingslager geschickt.“ Die Bewohner ganzer Dörfer seien ausgerottet, Überlebende vor die Wahl gestellt worden, entweder zum Islam zu konvertieren oder zu sterben.“

 
Die Region, erläutert Onal weiter, sei „immer noch teilweise umkämpft, und ein Ende ist nicht in Sicht.“ Nicht nur die Jesiden wurden Opfer der IS-Terrorgruppe, sondern auch Christen, Schiiten und andere Religionsgemeinschaften wie die Kakai, aber auch Muslime, die nicht mit dem IS kooperierten. Mit der Gedenkveranstaltung, sagt Onal, „möchten wir der Opfer des Genozids gedenken und darüber hinaus Informationen aus erster Hand bieten“: Augenzeugen, Geflüchtete und Experten für diese Region sprechen über das Schicksal der Jesiden seit dem 3. August des vorigen Jahres. Unter anderem soll erörtert werden, warum der IS so leicht an die Macht kam, wer die Profiteure sind, wer den IS duldet und wie es derzeit in den umkämpften Gebieten aussieht.

 
Die Gedenkveranstaltung am Montag, 3. August, im Haus der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Geiststraße 7, beginnt um 19 Uhr. hein

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